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09.02.2010
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Neubau des Edith-Stein-Archivs eingeweiht

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Büste der Hl. Edith-Stein in der  Walhalla bei Regensburg
Büste der Hl. Edith-Stein in der Walhalla bei Regensburg
KÖLN Der Neubau des Edith-Stein-Archivs in Köln ist am Sonntag, 7. Februar, eingeweiht worden. Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp segnete die Räume am Kölner Karmel, in denen unter anderem 25.000 Handschriften der heiligen Karmelitin und gebürtigen Jüdin Edith Stein (1891-1942) sowie Forschungsliteratur aufbewahrt sind. In dem von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung mit 200.000 Euro geförderten Neubau befindet sich ein Lesesaal zur Forschung sowie ein klimatisiertes Handschriftenmagazin und kleines Museum mit Informationen über Leben und Werk von Edith Stein.

Die 1891 in Breslau als Kind jüdischer Eltern geborene Stein studierte Philosophie bei Edmund Husserl. 1922 konvertierte sie zur katholischen Kirche und trat zwölf Jahre später in den Orden der Karmelitinnen ein. Bis zu ihrem Berufsverbot 1933 arbeitete sie als Lehrerin und Dozentin. 1942 wurde die Ordensfrau von der Gestapo verhaftet und in Auschwitz ermordet. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig, 1998 folgte die Heiligsprechung.

Schwaderlapp wies darauf hin, dass die in Auschwitz ermordete Edith Stein kein Grab habe. Das Edith-Stein-Archiv mit ihren Autographen werde so auch "zur Gedenkstätte an ihre konkrete irdische Existenz". Das Archiv gebe Zeugnis vom geistlichen Erbe des Karmels, ermögliche intellektuellen Austausch und wissenschaftliche Kommunikation. Der Generalvikar dankte der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für die Finanzierung der Konservierung der von Säure bedrohten Handschriften und der Thyssen-Stiftung, die die Digitalisierung der Autographen bezahlte.

Die Archivleiterin Schwester Antonia Sondermann erinnerte daran, dass die Handschriften im Zweiten Weltkrieg durch die geistesgegenwärtige Tat einer Schwester aus dem Echter Karmel in einem Hühnerstall gerettet wurden. Die Schriften kamen in den 1990er Jahren in den Kölner Karmel. Die Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner zeigte sich als Vorstandsmitglied der Nordrhein-Westfalen-Stiftung erfreut über den neu geschaffenen Besucherbereich des Archivs. Nun sei der "Nachlass einer einzigartigen Persönlichkeit" für die Öffentlichkeit besser zugängig.

Der Theologe Andreas Uwe Müller aus Fribourg in der Schweiz betonte in seinem Festvortrag, je weiter die Zeit des Holocaust in die Vergangenheit rücke, desto mehr komme es auf Erinnerung an. Mit ihrem Abstieg in das Dunkel von Auschwitz habe Edith Stein "etwas Wegweisendes zur Sprache gebracht". In ihren Briefen, philosophischen und theologischen Abhandlungen, Gebeten, Gedichten, Notizen und kleinen Merkzettelchen spreche Edith Stein selbst. (KNA)


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