23.11.2014

Wer hat das Sagen?

von Sr. Katharina Kluitmann OSF

Sind es wirklich die Großen der Welt? Präsidenten und Herrscher der Weltmächte? Hat denn nicht längst die Wirtschaft das letzte Wort?

Die Rüstungsindustrie, der es gar nicht so unrecht ist, dass die Kriege kein Ende nehmen? So können die Einen weiter den Mund aufreißen - und die anderen werden zum Schweigen gebracht. Irgendwann aber ist das nicht mehr auszuhalten. Dann schreien die, die man mundtot machte, auf. Die einen - in aller Not stark geblieben - gehen für die Freiheit auf die Straße. Andere gehen auf die Barrikaden. In ohnmächtiger Wut spricht dann nicht selten die Gewalt. Leicht gewinnt da der Terror überhand und bekommt das Sagen. So gibt ein Wort das andere - und ein Schuss den anderen. Krieg herrscht, Not herrscht. Der Lärm der Gewalt füllt die Welt, so dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht.


Was soll da einer, der nicht schreit und lärmt? Der kommt doch eh nicht durch! Wenn er seine Stimme nicht auf der Straße erschallen lässt - ob aus Mikrofonen oder Waffen - wer hört ihn dann? Doch es heißt, er werde nicht müde und matt, bis er auf Erden das Recht begründet hat. Man warte auf ihn, heißt es. Ja? Warten Sie? Hören Sie ihn? Ich frage mich wirklich, höre ich auf ihn? Gebe ich ihm meine Stimme? Er könnte auch allein. Doch er ist so verrückt, unsere Freiheit zu achten. Und der Gipfel: Kann ich daran glauben, dass unter allem Chaos dieser Welt und Zeit letztlich eine andere Herrschaft liegt, eine, die vom Holz herab herrscht? Voller Liebe, voll zäher Zärtlichkeit und kraftvollen Mit-Leidens? Und dass irgendwann einmal diese Herrschaft offenbar wird - und all denen eine Stimme verleiht, die noch nicht mal mehr aufschreien können und konnten? Wenn mir das Kraft gibt, dann höre ich vielleicht, wie er mir heute - ja heute, genau jetzt! - zuflüstert: Ich habe dich gerufen. Ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich gerufen, Gefangene aus dem Kerker zu holen, alle, die im Dunkeln leben in Freiheit zu führen. Ja, ich habe dich gerufen, heute Meine Stimme zu sein, die Stimme meines Sohnes.


Wer das Sagen hat in dieser Welt und Zeit, das liegt auch an mir - an diesem Christ-Königs-Fest und darüber hinaus.