Kolumne

  • 24.05.2015   |  von Sr. Emmanuela Kohlhaas

    Bewegtes Wasser

    Der Heilige Geist als bewegtes und bewegendes Wasser...

    Ihr Quellen und alles, was bewegt wird in den Wassern, singt Gott ein Loblied, halleluja! – so lautet eine Pfingstantiphon.

    Das Bild vom Wasser ist ein leiseres Pfingstbild als Sturm und Feuer und dennoch voller Kraft – immer bewegt und bewegend. In ihm schließt sich ein Bogen, der von der Osternacht, ihrer Taufwasserweihe und vielleicht auch der stattgefundenen Taufen, bis zum Pfingstfest reicht, wenn der herabkommende Geist die Taufe vollendet, uns mündig werden lässt.

    Im letzten Tractus der Osternacht, dann wenn das Erinnern der Heilsgeschichte an der Schwelle zum Neuen Testament steht, singen wir:

    Wie der Hirsch lechzt nach Quellen von Wasser, so lechzt meine Seele Gott nach dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und werde vor dem Angesicht meines Gottes erscheinen. Tränen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht, während man mich an jedem einzelnen Tag verspottete: Wo ist denn dein Gott.

    Sehnsucht, ja schmerzende Sehnsucht, die Tränen hervorbrechen lässt, und Erfüllung berühren sich in demselben Bild des fließenden Wassers.

    Bei der Taufe werden wir mit fließendem Wasser übergossen, und am Beginn des Pfingstfestes steht das fließende Wasser als Symbol des Heiligen Geistes ganz im Vordergrund.

    So heißt es im Introitus der Vigilmesse:

    Die Gnade Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen…

    oder alternativ:

    Ich gieße über euch reines Wasser aus und ihr werdet rein…

    Und in der Communio derselben Messe:

    … Wer an mich glaubt, aus dessen Inneren werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies sagte der Herr vom Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben.

    Der Heilige Geist als bewegtes und bewegendes Wasser: Er wird über uns ausgegossen, und er bricht und strömt aus uns hervor… Bewegtes Wasser: empfangen und weiterschenken – wie auch Conrad Ferdinand Meyer in seinem berühmten Gedicht schreibt:

    Der römische Brunnen

    Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
    Er voll der Marmorschale Rund,
    Die, sich verschleiernd, überfließt
    In einer zweiten Schale Grund;
    Die zweite gibt, sie wird zu reich,
    Der dritten wallend ihre Flut,
    Und jede nimmt und gibt zugleich
    Und strömt und ruht.

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