Kolumne

  • 02.08.2015   |  von Sr. Maria Hohenadl MMS

    Befiehl dem Herrn deinen Weg - Psalm 37, 5

    Vor etwa 15 Jahren, als ich noch in West-Afrika tätig war, kam es auf einer Reise durch unwegsames Gelände zu einem Gespräch, das meinen weiteren Lebensweg prägen sollte. Mit anderen Ordensleuten war ich unterwegs zu einer Versammlung. Die Reise nahm schon den 2. Tag in Anspruch und wir fuhren durch eine fast noch unberührte Gegend. Hier lebte, so wurde erzählt, viele Jahre ein Missionar, dessen Lebensmotto war: “Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm, er wird es fügen.“ In dieser einsamen Gegend hatte dieser Satz für mich eine erstaunliche Wirkung. Ich war tief berührt, denn weit und breit war, abgesehen von ein paar Bäumen, nichts als Steppengras zu sehen. Worauf kann man sich wirklich verlassen?, fragte ich mich. Als die Geschichte dieses Missionars in immer mehr Einzelheiten erzählt wurde, erwachte in mir die Hoffnung für solches Wirken Gottes in meinem Leben. Im Leben der Menschen in diesem vergessenen Landstrich hatte sich nämlich durch ihn viel zum Besseren verändert. Die Kraft dieses Psalmverses wurde mir durch das Leben dieses alten Missionars deutlich. „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm, er wird es fügen“ begleitet mich seither. Dieser Vers fand mich zu einer Zeit, in der es in meinem Leben mehr Herausforderungen gab, als mir lieb waren. Er wurde mir zu einer Kraftquelle, die immer zu Verfügung steht. Er bestimmt die Richtung, in die ich in meinem Alltag die Segel setze, ein Wort, in dem ich Gelassenheit finde.

    Diesen Missionar habe ich persönlich nie kennengelernt, aber sein Glaubenszeugnis lebt weiter in den vielen Menschen, deren Leben er berührte, und so auch in mir. Es wird weiterleben in den Menschen, mit denen ich mein Leben und meinen Glauben teile, und sei es auch auf noch so unscheinbare Weise. So manches Samenkorn keimt vielleicht erst viel später, wenn die Bedingungen günstig sind. Deshalb soll kein Tag vergehen, an dem Gott nicht etwas in meinem Leben fügt.

  • Kolumnen der Vorwochen
  • JUL
    26
    von Sr. M. Diethilde Bövingloh

    Barmherzigkeit ? - Barmherzigkeit !

    War das nicht wieder einmal so ein antiquierter Begriff aus früheren Zeiten, der heute nicht mehr verstanden wird? Mehr

  • JUL
    19
    von Sr. M. Scholastika Jurt

    Diese unerträgliche Hitze!

    Einwilligen, dass mein Leben anders sein darf, als ich es mir wünsche... Mehr

  • JUL
    12
    von P. Dr. Cornelius Bohl OFM

    In zerbrechlichen Gefäßen – den Schatz entdecken!

    Das „Jahr der Orden“ könnte eine Chance sein, bewusst und dankbar auch das Gute und Gelingende, das Schöne und Erfüllende an unserer Berufung und unserer Lebensform wahrzunehmen... Mehr

  • JUL
    05
    von Sr. M. Simone Weber ADJC

    Sie wird 100 Jahre alt.

    Ihr Vermächtnis: Nie wieder Intoleranz gegen Menschen anderer Rassen oder Religionen... Mehr

  • JUN
    28
    von Sr. Klara-Maria Breher SDS

    Wohin ich Dich sende, dorthin sollst Du gehen

    Was bleibt, ist das Vertrauen in die Treue Gottes, die über den Tod hinausgeht... Mehr

  • JUN
    21
    von Sr. Helene Barchetti FSP

    Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung

    Das Bild von der Schöpfung ist heute aktueller denn je... Mehr

  • JUN
    14
    von Sr. M. Hiltrud Vacker

    Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat Dir Gutes getan.

    Mein Herz darf zur Ruhe kommen und damit meine ganze Person. Ja, das ist es, was ich mir wünsche, Ruhe zu finden in dir mein Gott! Mehr

  • MAY
    31
    von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

    Grenzgängerinnen zwischen „Welten“

    Nicht nur wir, alle Getauften sind persönlich berufen, sich dem Wirken des Geistes zu öffnen... Mehr

  • MAY
    24
    von Sr. Emmanuela Kohlhaas

    Bewegtes Wasser

    Der Heilige Geist als bewegtes und bewegendes Wasser... Mehr