Kolumne

  • 21.12.2014   |  von Abt Albert Dölken O.Praem.

    Am Anfang des Prämonstratenserordens stand das Kind in der Krippe

    Arm will Norbert von Xanten dem armen Christus nachfolgen. Und in seinen Fußstapfen haben es unzählbare Frauen und Männer bis heute ebenfalls getan…

    Für uns Prämonstratenser hat das Weihnachtsfest des Jahres 1121 eine ganz besondere Bedeutung: Nachdem in monatelanger Arbeit die ersten Gefährten unseres Ordensgründers Norbert (von Xanten) im Tal zu Prémontré bei Laon in Nordfrankreich ein Kloster mit einer kleinen Kirche errichtet hatten, legten sie gemeinsam die ersten Gelübde ab, die erste Profess. Dieses Ereignis, dieses ganz besondere Weihnachtsfest ist die Geburtsstunde unseres Ordens. In wenigen Jahren werden wir das 900jährige Jubiläum feiern dürfen und freuen uns sehr darauf.

    Bis heute ist die damals schon verwendete Professformel im Wesentlichen gleich geblieben:

    „Ich übergebe mich der Kirche von N.N. und verspreche Bekehrung meines Lebens, gemäß dem Evangelium Jesu Christi, nach Weisung und Art der Apostel, nach der Klosterregel des Heiligen Augustinus und den Konstitutionen des Prämonstratenser-Ordens. Ich verspreche Leben in Gemeinschaft, in Armut, gottgeweihter Ehelosigkeit und Gehorsam – vor N.N. dem Prälaten dieser Kirche und vor den Mitbrüdern / -schwestern.“

    Mit dem Advent und dem diesjährigen Weihnachtsfest 2014 hat das „Jahr der Orden“ begonnen, das Papst Franziskus weltweit ausgerufen hat. Es soll uns Ordensleuten vor allem zur Rückbesinnung auf unsere Ursprünge und zu unserer Erneuerung dienen. Dies trifft glücklich zusammen mit der Erinnerung an die Bekehrung unseres Ordensgründers vor 900 Jahren: Norbert, damals noch ein junger Grafensohn aus der Familie derer van Gennep, hat im Jahr 1115 bei Vreden (im Münsterland) ein ähnlich einschneidendes Erlebnis wie einst der Apostel Paulus vor Damaskus: Ein Blitz lässt ihn zu Boden stürzen und fortan ändert er sein Leben. Ob es nun dieser kurze Augenblick der Todesangst und des Entsetzens war, oder ein längerer Reifungsprozess, wie wir nüchternen Gegenwartsmenschen es uns eher vorstellen können, das sei dahin gestellt. Norbert jedenfalls begibt sich in die Nachfolge Christi. Arm will er dem armen Christus nachfolgen. Und in seinen Fußstapfen haben es unzählbare Frauen und Männer bis heute ebenfalls getan.

    Am Anfang dieses Weges steht das Kind in der Krippe, das Wunder der Menschwerdung Gottes. Noch sind es die Engel, die als einzige das Wort ergreifen. Alle anderen knien schweigend und anbetend an diesem gotterfüllten Ort. Die Hirten in ihrer Armut haben den Blick frei für den Heiland, der ihnen geboren ist. Die Könige haben den Weg der Weisheit dem der Macht vorgezogen, und so findet ihr Verstand den Stern, dem ihr Herz von nun an folgen wird. Und das selige Elternpaar – gottesfürchtig und dienstbereit, der Botschaft des Engels in Wort und Träumen gehorsam, keusch in Gesinnung und Lebensführung, ist dem Herrn der Welt bereiteter Weg und irdische Wohnstatt.

    Alle Menschen sind eingeladen, sich dieser gottseligen glücklichen Schar anzuschließen. -

    Transeamus usque Bethlehem!

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