|
|
| . |
| vom 30.09.2007 |
| . |
Gepriesen seist Du, Herr! |
| . |
| von Sr. Birgitte Herrmann |
| . |
Erntedank! Vor meinem inneren Auge tauchen da spontan Obst und Gemüse, Brot und Blumen auf, mit denen wir unsere Kirchen und Räume schmücken. Diese Früchte zu ernten, kostet uns Menschen meist ein gerütteltes Maß an Kraftanstrengung und Einsatz. Und doch ist es letztlich ein Wunder, wenn Jahr für Jahr uns zuwächst, was wir benötigen.
Früchte des Himmels und der Erde sind es, die wir in großen und kleinen Ernten einbringen, den Erfolg unserer Arbeit, aller Planungen und unserer Kreativität. Aber auch Früchte von innen, die in unseren Herzen und Gedanken gedeihen: Friede und Versöhnungsbereitschaft, Verständnis und Geduld. Gehören nicht auch sie in die Feier des Erntedanks hinein?
Der Heilige Franziskus von Assisi, dessen Fest wir am 4. Oktober begehen, und aus dessen Spiritualität unsere Ordensgemeinschaft lebt, hat einen großen Lobgesang verfasst: den Sonnengesang. Mit allen Geschöpfen, mit Himmel und Erde und allem, was ist, preist er den Herrn und Schöpfer. Wie ein einziges großes Erntedanklied ist dieser Gesang.
Was ist daran so Besonderes? Nicht wir danken für die Natur und ihre Gaben, sondern solidarisch mit allem Seienden loben und danken wir dem gemeinsamen Vater. Was uns zum Leben dient, alles, was mit uns lebt, wird uns Bruder und Schwester und damit wir ihm verwandt und verantwortlich.
Uns Franziskanerinnen und allen franziskanischen Menschen ist diese Geschwisterlichkeit ein besonderer Wert und ruft zugleich zu einer wesentlichen Veränderung des eigenen Denkens und Handelns.
Franziskus lobt Gott nicht allein mit dem Sonnenhellen und Schönen des Lebens, er schließt Krankheit, Schmerz und Tod mit ein. Und ist es nicht auch unsere Erfahrung, dass die Frucht, die uns aus leidvollen Situationen, aus manchem Konflikt und Verlust zuwächst, unserem Leben Nahrung und Wachstum verleiht? In ehrfürchtiger, nicht überheblicher Haltung dem Geber und den Gaben gegenüber ist es uns möglich, mit anderen und mit uns selbst im Frieden zu leben - in ganzheitlichem Frieden, im Schalom.
Pace e bene, Frieden und Heil wünsche ich uns allen auf unserem Weg durch die neue Woche. |
| . |
|
|
|
| . |
Ihre Meinung zu dieser Kolumne interessiert uns. Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns über das nachfolgende Formular.
|
| |
| . |
|
|