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| vom 25.04.2010 |
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‚Nichts wird geheilt, was nicht zuvor akzeptiert worden ist' |
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| von P. Lutz Müller SJ |
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Schon der heilige Irenäus von Lyon wusste im vierten Jahrhundert: 'quod non assumptum non redemptum'. Nichts wird geheilt, was nicht zuvor akzeptiert worden ist. Der Umgang der Kirche mit den Missbrauchsfällen ist vielschichtig. Scham, Trauer, Beschämung, Entsetzen auf der einen Seite, aber auch Verdrängung, Abwehr, Verleugnung und Widerstand gegen das, was da Unangenehmes, Verletztes, schier Unaussprechliches aus der Vergangenheit kommt.
Auch wir Ordensleute sind betroffen. Männer und Frauen. Es ist unfassbar, dass in den Orden die Ideale der evangelischen Räte, der Nächstenliebe und der Hingabe so abgewertet und verraten wurden. Und erst recht bei Schutzbefohlenen, Kindern, Jugendlichen. Dafür gibt es keine Entschuldigung! Es ist demütigend und macht sprachlos. Leider gibt es auch kein Patentrezept dagegen, denn das Täterprofil ist nicht eindeutig.
Meine Erfahrungen aus der Berufungspastoral der Jesuiten aber zeigen mir, dass wir heute bessere Instrumente haben als früher. Unsere vorbereitenden Maßnahmen, die Gespräche und Kurse vor dem Eintritt und das Aufnahmeverfahren selbst sind profilierter, eindeutiger und klarer geworden.
Eine Möglichkeit zur Unterscheidung der Geister vor einem Eintritt ist das Mitleben in Wohngemeinschaften von Interessenten (Gruppe Manresa in Frankfurt). Dort leben junge Männer miteinander und erlernen Studienbegleitend einen persönlichen Umgang mit ignatianischer Spiritualität, üben unter kommunitätsähnlichen Bedingungen Gemeinschaftsleben ein und prüfen ihre Berufung.
Neulich sagte mir einer der Mitbewohner: "Vor Manresa habe ich nie so viel über meine Gefühle, meine Sexualität und meine persönlichen Anliegen gesprochen!" Das finde ich ermutigend. Hier zeigt sich ein neuer, anderer Stil persönlicher Kommunikation. Vielleicht brauchen wir davon mehr. |
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P. Lutz Müller SJ ist Beauftragter des Jesuitenordens für die Berufungspastoral und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden.
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