An diesem 2. Samstag nach Ostern, an dem ich diese Zeilen schreibe, haben wir die Frohe Botschaft vor Augen, wie sie erzählt ist von Johannes (cf. Joh 6,16-21); die Kernaussage ist, dass Jesus seinen Jüngern in der Nacht auf dem sturmgepeitschten See entgegen kommt.
Vor dem Hintergrund dessen was Gesellschaft, Kirche und jede(n) Einzelne(n) von uns erschüttert und bewegt, verwirrt oder durcheinanderbringt - beleuchten wir einmal erneut diesen Text und lesen ihn an Hand der Symbolsprache der Bibel, so als ob wir ihn das erste Mal hörten: Der Text des Johannes Evangeliums - 6,16-20 - präsentiert uns eine österlich anmutende Weise der Präsenz Jesu: Er wandelt auf dem Meer! Es ist Nacht. Die Jünger sind im Boot auf dem See. Der See zeigt sich von der Seite, die die Symbolsprache der Bibel ihm zuschreibt: nämlich Ort der Gefahr, der üblen Gewalten, ja des Bösen…
Wenn wir uns die Leiden und Wunden unserer Zeit vor Augen halten, ist es nicht auch da dunkel um uns, wenn nicht Nacht? Sitzen wir, die Jünger und Jüngerinnen von heute, nicht auch in einem Boot das Wind und Wetter bzw. Unwetter ausgesetzt ist? Doch die Frohe Botschaft ist, dass in dieser Situation und in diesem "Boot" wir uns erinnern dürfen, dass selbst auf diesem ruhelosen und gefahrvollen See - damals wie heute - Jesus sich offenbart als der der DA IST, der MIT-UNS-IST, Mit uns auf dem gefahrvoll wütenden See Mit uns auf unseren Emmaus Wegen Mit uns wenn wir, wie Thomas, die Wunden Seines Leibes berühren, Mit uns in der Nacht und Mit uns auch in der österlichen Morgenröte, wartend am Seeufer, um Mahl zu halten mit Fisch und Brot, wie damals bei der Speisung der Vielen… |