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| vom 06.06.2010 |
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Damit ich Hoffnung habe... |
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| von Sr. Hildegard Jansing OSB |
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Die Sommerzeit hat begonnen. Es gehört zu meinen größten Ferienfreuden, die oberbayerische Landschaft zu erwandern - mit einem Gedichtband im Gepäck. Manchmal komme ich an einem Wegkreuz vorbei, in dessen Nähe eine Bank zum Verweilen einlädt. Beim Betrachten des Kreuzes las ich einmal das Gedicht von Hilde Domin "Ecce Homo", das sich seitdem tief eingeprägt hat:
Weniger als die Hoffnung auf ihn
das ist der Mensch einarmig immer
Nur der gekreuzigte beide Arme weit offen der Hier-Bin-Ich
Ich setze immer Hoffnungen auf Menschen, darauf, dass die Mitschwester - die Professentscheidung durchhält, - Berufsalltag und Ordensleben gut miteinander verbindet, - die Versetzung in eine andere Gemeinschaft annimmt, - sich versöhnen kann, - in die Gemeinschaft hineinwächst.
Und mache die Erfahrung des "Weniger als meine Hoffnung", wenn - die Lebensentscheidung revidiert wird, - die Arbeit alles beherrscht, - keine Offenheit für einen Neubeginn da ist, - Unversöhnlichkeit bleibt, - der Individualismus zum Außenseitertum wird.
Nicht resigniertes Abwenden ist dann angesagt, sondern das Einüben des Hoffnungs-Blicks, also schauen auf den, der "beide Arme weit offen" die Zusage macht: "Hier-Bin-Ich".
Ja, ER ist da trotz Unbeständigkeit, Arbeitszwang, Angst, Zerstrittenheit und Eigenbrötelei, damit ich Hoffnung habe. |
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