.
 
   
. Logo der Deutschen Ordensobernkonferenz
.
.
Startseite
Aktuell
DOK
Ordensgemeinschaften
Geistliche Landkarte
Kloster auf Zeit
Ordensleben
Tätigkeiten
Ordenszeitschriften & Buchtipps
Kontakt
Impressum
Mitgliederbereich
Klosterführer
Klosterführer
Literaturtipp
.

Kolumne

.
vom 01.04.2012
.

Pietà des 21. Jahrhunderts

.
von Sr. Maria Ignatia Langela SMMP
.
Als ich am 11. Februar 2012 die Tageszeitung (Westfälischen Rundschau, WR) aufschlagen wollte, blieb mein Blick bei einem Foto von Samuel Aranda auf der Titelseite hängen. „Eine Pietà“, dachte ich.

(Vgl. das Foto HIER bei 3sat)

Diese Aufnahme aus dem blutigen Machtkampf im Jemen war am Tag zuvor zum besten Pressefoto des vergangenen Jahres gekürt worden. Das Besondere an dem Foto sei, dass es in einer bedeutenden Entwicklung „eine private, intime Seite“ zeige, begründete Jurymitglied Koyo Kouoh die Auszeichnung im wichtigsten Fotowettbewerb der Welt. „Das Bild ist von enormer Wucht, ein stummer Schrei. Wir sehen kein Gesicht, kein Blut, keine Träne, sondern Leid, Schmerz und Mitgefühl.“ (WR 11.02.2012)

Ende des 13./Anfang des 14. Jahrhunderts, wurde zum ersten Mal in der Kunstgeschichte Maria mit ihrem toten Sohn dargestellt. Die alte Kirche sah Jesus vorrangig vom Ostergeheimnis her, der Fromme des Mittelalters eher in seiner Menschwerdung. Auch der Frau, die Jesus geboren und von der Krippe bis zum Kreuz begleitet hat, wurde neue Aufmerksamkeit zuteil. Ich habe mich gefragt, was Menschen seit über 700 Jahren bewegt, mit ihrem Leid und mit ihren Lebensbrüchen zur Pietà zu kommen. Ich glaube, der Kern ist: Wenn wir „Mutter und Kind“ hören, denken wir — zum Glück — zuerst an das Bild einer jungen Frau mit ihrem „süßen“ Baby. Eine Mutter mit ihrem toten Kind ist sozusagen ein Antibild. Es berührt uns unmittelbar, wenn wir großes Leid erfahren. In diesem Antibild wissen wir allen Schmerz aufgehoben: Enttäuschung über Partner, Freunde und Kinder, schwere Krankheit, Tod oder gar Selbstmord eines lieben Menschen, eigenes Versagen und Schuld. Auch hier gilt: Eine Pietà-Darstellung zeigt „eine private, intime Seite“ des Glaubens.

In einem Artikel Die globalisierte Pietà von Karonline Kuhl las ich wenig später: „Gerade weil dieses Foto den Betrachter zur Empathie auffordert, berührt es stark emotional und hat schon deshalb diesen Preis verdient. Darüber hinaus demonstriert es allerdings vor allem die Globalisierung der Bildwelten. In der Kunstgeschichte des Westens kommt das einer Revolution gleich: Die Pietà-Darstellung wird in Zukunft nun also nicht mehr in erster Linie christlich, sondern menschlich gesehen werden.“

.
.
.
.
Ihre Meinung zur Kolumne
.
Ihre Meinung zu dieser Kolumne interessiert uns. Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns über das nachfolgende Formular.

Name
E-Mail-Adresse
Ihre Meinung
 
.
.
.
 
Über die Autorin
Sr. Maria Ignatia Langela
Sr. Maria Ignatia Langela war Schulleiterin in Kassel und in Halle. Seit 2010 ist sie Bildungsreferentin im Bergkloster Bestwig der Schwestern d. hl. Maria Magdalena Postel.
.
.
.
• Internetauftritt der Schwestern d. hl. M. Magdalena Postel
.
.
Kolumnen der Vorwochen
.
Kolumne vom 21.09.2014
Kolumne vom 14.09.2014
Kolumne vom 07.09.2014
Kolumne vom 31.08.2014
Kolumne vom 24.08.2014
Kolumne vom 15.08.2014
Kolumne vom 10.08.2014
Kolumne vom 03.08.2014
Kolumne vom 27.07.2014
Kolumne vom 20.07.2014
Kolumne vom 13.07.2014
Kolumne vom 06.07.2014
Kolumne vom 29.06.2014
Kolumne vom 22.06.2014
Kolumne vom 15.06.2014
.
.
  Seite druckenDruckversion zum Seitenanfangzum Seitenanfang
kleine Schrift mittlere Schrift große Schrift
.
.
© 2002-2014 Deutsche Ordensobernkonferenz. Alle Rechte vorbehalten. Realisierung: uhcm