Kolumne

  • 19.04.2015   |  von Br. Marinus Parzinger OFMCap

    Gott nicht aus dem Auge verlieren

    Durchbrechen wir die Mauer des Sichtbaren, um immer und überall Christus vor Augen zu haben...

    Ich nehme wahr: viele Menschen – nicht nur in den Ordensgemeinschaften – fühlen sind unter Druck, weil das Gewohnte nicht mehr trägt, weil noch nicht wirklich klar ist, wohin der Weg führen soll, was im Umbruch demnächst nach oben gekehrt wird, weil sich Widerstände regen und wir uns mit dem Loslassen schwer tun. Was wir kennen und bislang als bewährt ansahen, erweist sich in den Krisen und Herausforderungen unserer Tage als wenig brauchbar. Eine Patentlösung gibt es sicher nicht. Der hl. Bruder Konrad, dessen Fest am 21. April gefeiert wird, deckt eine Spur, der ich als Einladung zum Nachgehen anbieten will.

    Auch wenn der aus dem Rotttal stammende Heilige bereits 1894 gestorben ist und die heutige Situation von Gesellschaft und Kirche nicht voraussehen konnte, wird in seiner schlichten und zugleich tiefen Frömmigkeit etwas deutlich, das uns helfen kann.

    Das wenige, das wir von ihm wissen, macht klar, was ihn erfüllt, worauf er aus ist, woraufhin er lebt. Es sind nicht Erfolg, Wohlstand und Lebensgenuss. Er übt sich darin, ein Liebender zu werden. Als Pförtner am Wallfahrtsort Altötting verliert er – bei reichlich Arbeit – weder die Geduld, noch Gott aus dem Auge. - Wenn es stimmt, dass am Anfang des Christseins nicht eine Idee steht, sondern ein Ereignis, eine Person, die dem Leben eine neue Richtung gibt, dann ist Br. Konrad ein Alltags-Christ. Er ist authentisch und echt. Das haben die Zeitgenommen in der Begegnung mit ihm erfahren. Die Formen seiner Frömmigkeit sind zugegeben zeitbedingt, wie die unseren heute auch. Aber in der Feier der Eucharistie, bei Rosenkranzgebet, beim Angelus oder einem Moment der Stille, schaut er auf Christus, bleibt er an ihm dran. Aus dieser Freundschaft mit Gott holt er die Liebe, die er den Menschen schenkt. Papst Johannes Paul II hat 1980 bei seinem Besuch in Altötting ausgehend hl. Bruder Konrad gesagt: Durchbrechen wir die Mauer des Sichtbaren, um immer und überall Christus vor Augen zu haben. Er spielt dabei auf die Alexiuszelle – einem kleinen Raum unter einer Treppe – an, von der aus Br. Konrad auf den Tabernakel schauen konnte. Ich bin mir sicher, dass uns dieser „Durchblick“ hilft, heute der verborgenen Spur Gottes zu folgen und seinen Auftrag zu finden. Da mag der Tag mich bis zum äußersten fordern: ich weiß, dass Er bei mir ist und auf mich schaut.

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