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20. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive (AGOA) vom 4. bis 6. April 2016 in NĂŒtschau
Die Jahrestagung der AGOA fand in diesem Jahr – ein Novum – im Norden Deutschlands, in der Diaspora, statt, n?mlich im Benediktiner-Priorat St. Ansgar in N?tschau, gelegen bei Bad Oldesloe, etwa auf halber Strecke zwischen Hamburg und L?beck. N?tschau wird 1249 erstmals urkundlich erw?hnt. Die N?tschauer M?hle ging 1343 als Geschenk an das Zisterzienserkloster Reinfeld ?ber. Hier entstand ein Herrensitz, der Jahrhunderte sp?ter von dem dem Grafen Heinrich Rantzau erworben wurde, einem Humanisten und Bahnbrecher der Renaissance in Schleswig-Holstein. 1577 begann er mit dem Bau eines kleinen Wasserschlosses, dem „Castrum Nutzkow“, das in seiner ?ußeren Bausubstanz weitgehend unver?ndert geblieben ist. Bis zum ?bergang in Kirchenbesitz sollte das Gut mit dem Herrenhaus 28 Besitzer erleben. Anl?sslich der Ansgarfeier zum 1100. Jahrestag der Gr?ndung des Bistums Hamburg bekundete 1931 das m?nsterl?ndische Benediktiner-Kloster Gerleve, im Norden Deutschlands eine weitere Niederlassung anzusiedeln. Doch erst 20 Jahre sp?ter kam diesem Wunsch der Umstand zu Hilfe, dass in Holstein nahe Bad Oldesloe das Gut N?tschau zum Verkauf angeboten wurde. Abt Pius Buddenborg entsprach den dringlichen Bitten des Erzbischofs Wilhelm Berning von Osnabr?ck und des Abtprimas des Benediktinerordens Bernard K?lin in Rom, Gerlever M?nche zur Gr?ndung einer Cella nach N?tschau zu entsenden. Am 3. Februar 1951 erwarb der Stifter N?tschaus, Erzbischof Wilhelm Berning, Bischof von Osnabr?ck, f?r die M?nche der Abtei St. Joseph in Gerleve das Herrenhaus und Restgut in N?tschau. Die Er?ffnung des „Hauses St. Ansgar“ in N?tschau, zun?chst als Exerzitienhaus der Abtei Gerleve wurde am 6. Mai 1951 durch den Gr?nderabt Pius Buddenborg vollzogen. Noch 1951 wurde mit der denkmalgerechten Sanierung des zum Herrenhaus umgebauten ehemaligen Wasserschlosses begonnen, die 1953 endete. Mit dem 1954 begonnenen Erweiterungsbau, der heutigen Bildungsst?tte Haus St. Ansgar, standen seit 1959 den M?nchen in N?tschau ein Exerzitienhaus mit 30 Betten, Vortrags- und Speiser?ume und eine Kapelle zur Verf?gung. Die weiteren Restaurierungen folgten von 1964 bis 1967 und von 1975 bis 1977. Ziel war aber von Anfang an die Errichtung eines Klosters nach den Regeln des heiligen Benedikt. Am 11. November 1960 erhob Abt Pius N?tschau als Priorat St. Ansgar zum von Gerleve abh?ngigen „Prioratus simplex“. Das Kloster des hl. Ansgar zu N?tschau wurde am 16. Oktober 1975 zum Konventualpriorat erhoben und erhielt damit seine Selbst?ndigkeit. Am 1. Januar 1979 bestand der Konvent dieser j?ngsten Klostergr?ndung der Beuroner Benediktinerkongregation aus acht Priester- und drei Br?derm?nchen sowie einem Postulanten. Ab 1996 wurde das Herrenhaus in die Neuordnung der Klosteranlage einbezogen. In einem ersten Bauabschnitt wurden die M?nchzellen abgebrochen und 1999 durch einen Neubau neben dem Herrenhaus ersetzt. Das neue Konventgeb?ude wurde am 19. Mai 1999 eingeweiht. Im zweiten Bauabschnitt hatte man das Herrenhaus entkernt und bis 2006 komplett saniert.
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Der erste Tag der Jahrestagung begann fĂŒr die gut 80 Teilnehmenden aus ganz Deutschland (sowie Einzelne aus den Niederlanden und der Schweiz) bereits am Nachmittag mit der Zimmerbelegung und einem Kaffee, bevor dann um 15 Uhr nach der BegrĂŒĂŸung der Teilnehmenden durch die Vorsitzende der AGOA Sr. Ulrike Dimler CJ der Archivar der Deutschen Provinz der Jesuiten in MĂŒnchen, Dr. Clemens Brodkorb, mit seinem Vortrag „Digitalisierung im Ordensarchiv? Oder kommen wir doch mit Papier durch?“ den fachlichen Teil eröffnete. Gerade auch mit Blick auf die Ordensarchive betonte er, dass der Umgang mit digitalen Unterlagen hier weitestgehend noch gar nicht im Blick stehe, sondern es hier eigentlich immer noch fast ausschließlich um die analoge Welt gehe. Die unaufhaltsame technische Entwicklung forciere die EinfĂŒhrung von Dokumenten-Management-Systemen (DMS), von Vorgangsbearbeitungssystemenen (VBS) und Ähnlichem. Digitalisierung biete aber auch Chancen, z.B. mit Blick auf Online-Portale oder auch hinsichtlich der Recherchemöglichkeiten. Eine Beratung der Archive bei Fragen der Digitalisierung sei unerlĂ€sslich, auch im digitalen Raum mĂŒsse die Bewertungsentscheidung eine Kernkompetenz der Ordensarchive bleiben. Die unmittelbare Verantwortung der Archive fĂŒr die Überlieferungsbildung, fĂŒr eine geordnete und zeitgemĂ€ĂŸe Schriftgutverwaltung, schließe die Notwendigkeit ein, sich den Herausforderungen digitaler Entwicklungen zu stellen. Insbesondere mĂŒsse der Blick auf die so genannten born digitals aus DMS gerichtet werden, die in Zukunft immer stĂ€rker auf die Überlieferungsbildung durchschlagen wĂŒrden. Auch fĂŒr die Ordensarchive gebe es keine Alternative, als sich den neuen digitalen Herausforderungen zu stellen.
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Diese Gedanken quasi zu Grunde legend, beschĂ€ftigte sich unmittelbar im Anschluss Dr. Claudia Kauertz vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Pulheim-Brauweiler mit „Strategien und Maßnahmen digitaler Bestandserhaltung in den Archiven der Orden“. Auch sie betonte die Dimensionen der Digitalisierung in der Gegenwart, beleuchtete den Standort der Ordensarchive in der digitalen Welt, die sich daraus ergebende Notwendigkeit und Verpflichtung zur Archivierung (auch) elektronischer Unterlagen, sowie die Bedeutung der elektronischen Archivierung als komplexer Daueraufgabe. Digitalisierung meine zum einen digitale Erschließung mit Hilfe von Archivierungsprogrammen, Retrodigitalisierung oder auch PrĂ€sentation im Internet. Dies schließe die Selbstdarstellung der Archive in einer eigenen oder auch ĂŒbergeordneten Homepage ein, auf die dort mögliche Einstellung von Findmitteln, die PrĂ€sentation ausgewĂ€hlter Dokumente oder auch die Einbindung in regionale, nationale oder internationale Archivportale. DarĂŒber hinaus entstehe aber ein zunehmender Handlungsdruck auch fĂŒr die Archivierung digital vorliegender Unterlagen: Digitale, sonstige elektronische unstrukturierte Daten, e-Mails oder auch Daten aus DMS und Fachverfahren wĂŒrden immer mehr SpeicherkapazitĂ€ten belegen, und vor allem bestehe in den nĂ€chsten Jahren fĂŒr die Archive unmittelbarerer Handlungszwang auch dadurch, dass die ablaufende Aufbewahrungsfrist digitaler Unterlagen zu einem Anerbieten an das zustĂ€ndige Archiv fĂŒhren wĂŒrde, welches dafĂŒr adĂ€quate Lösungen zur dauerhaften Aufbewahrung bieten mĂŒsse. Auch die KAO habe dies unmissverstĂ€ndlich zum Ausdruck gebracht. Ein Verlust digitaler Unterlagen drohe aber aus einer Reihe von GrĂŒnden: Die relativ rasche VergĂ€nglichkeit digitaler TrĂ€germedien wie CD, DVD usw., mangelhafte Ablagesysteme, die Vielfalt digitaler Daten und Objekte, technischer Wandel erfordern hohe Aufmerksamkeit. Hier seien die Archive gefordert, wobei es wohl vor allem um eine effiziente Migrationsstrategie gehen mĂŒsse. Das OAIS- (= Open Archival Information System)Modell gebe hier unabdingbare Hinweise. Die sich daraus ergebenden organisatorischen und fachlichen Herausforderungen fĂŒr die Archive ließen sich auf Grund des zusĂ€tzlichen finanziellen und Personalbedarfs, der KompelxitĂ€t und Dauerhaftigkeit dieser neuen Aufgabe durch einzelne, zumal die kleinen Archive gar nicht leisten. Die Übernahme und die adĂ€quate Archivierung digitaler Unterlagen sei vielmehr eine Aufgabe, die nur im Verbund gelöst werden könne. So sei u.a. die BKK intensiv mit dieser Materie befasst.
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Im Anschluss an die beiden VortrĂ€ge schloss sich eine lebhafte Diskussion an, die aber auch deutlich machte, dass nur die wenigstens der vertretenen Ordensarchive ĂŒberhaupt auch nur ansatzweise mit dieser Problematik zu tun hatten und hier noch erheblicher Handlungsbedarf besteht.

An diesen Vortragsblock schlossen sich Vesper und Hl. Messe gemeinsam mit dem NĂŒtschauer Benediktinerkonvent an, im Anschluss das Abendessen. Um 20 Uhr folgte der traditionell bistumsgeschichtlich orientierte Vortrag, der auch den offiziellen Teil des ersten Tages abschloss: Der Hamburger Diözesanarchivar Martin Colberg referierte ĂŒber das Thema „Das Erzbistum Hamburg und seine Geschichte mit den Orden“. In anschaulicher und humorvoller Weise beleuchtete er die TĂ€tigkeit der Ordensgemeinschaften in der nördlichen Diaspora (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg) von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Das flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Bistum Deutschlands wurde 1995 aus Teilen der BistĂŒmer OsnabrĂŒck und Hildesheim ins Leben gerufen, verfĂŒgt aber natĂŒrlich ĂŒber eine bis in das frĂŒhe Mittelalter dokumentierbare kirchliche Geschichte, die der Referent, immer wieder mit Anekdoten angereichert und fĂŒr die jĂŒngere Vergangenheit auch aus eigener Erfahrung berichtend, unterhaltsam gestaltete. Er verwies u.a. darauf, wie unterschiedliche PrĂ€gungen dieses einzige deutsche Ost-West-Bistum habe bis hin zu einer Benachteiligung von Regionen – mit entsprechenden Folgen fĂŒr die archivische Überlieferung. Auch betonte er den starken Beitrag der Orden und Kongregationen bezĂŒglich des Aufbaus des neuen Erzbistums, was z.B. im Bereich der Schulen deutlich werde.

Der ĂŒbliche offene Abend schloss den Tag fĂŒr diejenigen, die zu spĂ€ter Stunde noch keine konditionellen Probleme hatten, entspannend ab.
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Der zweite Tagungstag begann um 6.30 Uhr mit Vigil und Laudes, wiederum in Gemeinschaft mit dem Benediktinerkonvent. Den ersten Vortrag des Tages ĂŒbernahm um 9.30 Uhr Stefan Plettendorf vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln ĂŒber „Die Website der Bundeskonferenz der kirchlichen Archive. Chancen und Herausforderungen fĂŒr die Ordensarchive“. Er beschrieb die Erstellung von FindbĂŒchern als eine der wichtigsten Aufgaben des Archivars, böten diese doch die erste „klassische“ Möglichkeit zu einer Recherche in den bestĂ€nden eines Archivs. Er verwies auf den bereits vor Jahren fĂŒr die kirchlichen Archive publizierten „Gelben FĂŒhrer“ mit einer bestĂ€ndeorientierten Vorstellung der jeweiligen Einrichtungen. Allerdings könne eine gedruckte Version immer nur eine relativ statische Momentaufnahme darstellen und veralte bei sich fortlaufend verĂ€ndernden BestĂ€nden schnell.

Einen bezeichnenden Wechsel habe es 2010 mit dem spartenĂŒbergreifenden neuen, diesmal digitalen, Auftritt der kirchlichen Archive auf der Website www.katholische-archive.de gegeben. Zwar sei auch diese bisher noch eine relattiv statische Plattform mit Informationen ĂŒber die einzelnen Archive, und zwar ohne archivische Inhalte, doch sei, Ă€hnlich wie beim nordrhein-westfĂ€lischen Portal www.archive.nrw.de ein Ausbau zu onnline verfĂŒgbaren BestĂ€ndeĂŒbersichten und FindbĂŒchern geplant. Dies werde dann eine Archiv- und BestĂ€nde-ĂŒbergreifende Recherche nicht nur ĂŒber das ausgebaute Portal möglich machen, sondern ĂŒber den praktizierten Austausch zwischen verschiedenen Portalen auch eine Wahrnehmung auf europĂ€ischer Ebene bewirken. Um einen Nutzen unmittelbar fĂŒr die einzelnen Archive zu erreichen, die quasi als Eigenleistung ihre einzubringenden Daten als EAD-Formate liefern mĂŒssten, sei die Schaffung einer fĂŒr das erweiterte Portal notwendigen beratenden Stelle als Projekt geplant.
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Nach einem wohlverdienten Stehkaffee folgte um 11 Uhr der zweite Vortrag des Vormittags: Der Kulturgutbeauftragte der niederlĂ€ndischen Jesuiten und Augustiner, EugĂšne van Deutekom, sprach ĂŒber das Thema „Zum Umgang mit Kulturgut und den GebĂ€uden aufgehobener Ordensgemeinschaften“. Er verwies auf den dramtischen Einbruch der Zahl der Kirchenbesuche in den Niederlanden auf ca. 200.000 und die daraus entstehende Notwendigkeit, Kirchen und Klöster schließen zu mĂŒssen. Allein im Bistum Utrecht mĂŒssten in den nĂ€chsten Jahren 280 von 300 Kirchen geschlossen werden, wĂŒrde auch die Anzahl der Klöster auf ca. 15 zurĂŒckgehen. Dies seien fĂŒr alle betroffenen einschneidende Ereignisse. In diesem Kontext seien die Objekte aufzulösender Einrichtungen in einer Datenbank erfasst worden, und im Anschluss daran sei eine Entscheidung hinsichtlich der „unmittelbaren“ Bedeutung der Einzelobjekte zu treffen. Eine Auswahl sei unumgĂ€nglich. Notwendig sei zudem ein möglichst frĂŒhzeitiges Agieren vor Schließung einer kirchlichen Einrichtung, um Verluste zu vermeiden. Zu prĂŒfen sei auf jeden Fall die Möglichkeit eines Transfers von Objekten in andere Kirchen oder auch eine Schenkung z.B. an osteuropĂ€ische Kirchen oder solche in der „Dritten Welt“. Auch sei zu bedenken, dass „Vasa Sacra“, soweit sie in Museen untergebracht wĂŒrden, ihren sinnstiftenden Zusammenhang verlören. Auf jeden Fall mĂŒsse das Schicksal der Objekte dokumentiert werden. Mit eindringlichen Fotos in seiner PrĂ€sentation beleuchtete der Referent zudem die Tatsache, dass durch mangelnde Aufmerksamkeit in der Vergangenheit manche aufgelassenen Kirchen einer z.T. geschmacklosen neuen Nutzung zugefĂŒhrt worden waren. Erst seit den 1990er Jahren dĂŒrften ehemalige Kirchen nur noch christlichen Zwecken dienen, was aber Missbrauch nicht grundsĂ€tzlich ausschließe.
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Der Nachmittag diente, quasi ein fester Bestandteil sĂ€mtlicher bisheriger Jahrestagungen, einer Exkursion. Diesmal ging es mit dem Bus in das nahe LĂŒbeck, wo das Programm um 14.30 Uhr mit einer FĂŒhrung durch den 1247 eingeweihten und auch von seiner Innenausstattung her beeindruckenden LĂŒbecker Dom, dem grĂ¶ĂŸten Backsteinkirchbau an der Ostsee, heute eine Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Nach einer Kaffeepause im traditionellen „Niederegger Marzipan-Salon“ folgte um 17 Uhr eine FĂŒhrung durch die katholische Propsteikirche Herz-Jesu. Propst Franz Mecklenfeld stellte seine Kirche vor und bezog dabei intensiv auch das Schicksal der 1943 hingerichteten „LĂŒbecker MĂ€rtyrer“ mit ein, deren Schicksal im Rahmen einer in der Krypta prĂ€sentierten Ausstellung eindrĂŒcklich dokumentiert ist. Nach diesem historischen Teil folgte eine vom Propst zelebrierte Hl. Messe und im Anschluss daran ein Abendessen im Restaurant „Schiffergesellschaft“, bei welchem regionale und ortstypische SpezialitĂ€ten kredenzt wurden.
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Der dritte Tag begann um 6.30 Uhr mit Vigil und Laudes erneut zusammen mit den Benediktinern, gefolgt von einer Hl. Messe, die P. BartholomĂ€us Denz OSB, als Archivar der Abtei Gerleve auch Teilnehmer der Jahrestagung, zelebrierte. Nach dem FrĂŒhstĂŒck ging es um 9.30 Uhr nochmals in das Schwerpunktthema der diesjĂ€hrigen Tagung: Dr. Michael Habersack, Archivar beim LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Pulheim-Brauweiler, sprach ĂŒber den Gegenstand „Der Übergang zu einer elektronischen Schriftgutverwaltung. Notwendigkeit – Ziele – Arbeitsschritte“. Der Referent plĂ€dierte eindrĂŒcklich fĂŒr eine unbedingt notwendige „vernĂŒnftige“ Schriftgutverwaltung und demonstrierte an Hand ausgewĂ€hlter Scans aus einem elektronischen Dienstbetrieb, wie wichtig eine geordnete elktronische Schriftgutverwaltung sei und welche tragende Rolle ein Aktenplan dabei spiele. Vor EinfĂŒhrung eines DMS mĂŒssten bestimmte Voraussetzungen erfĂŒllt sein, auch die organisatorische Seite der Schriftgutverwaltung bedĂŒrfe besonderer Voraussetzungen. Weit verbreitete Probleme entstĂŒnden durch personenbezogene Ablagen, Doppelstrukturen, durch eine Gemengelage von verwaltungsgliederungsbezogenen TeilaktenplĂ€nen und hausbezogenen GesamtaktenplĂ€nen, aber auch durch unbrauchbare und nicht eindeutigen Datei- und Ordnernamen. Hierdurch entstehe ein hoher Arbeitsaufwand, wĂŒrde großer Speicherplatz belegt, ergebe sich ein unvollstĂ€ndiger Informationsstand und sei keine Nachnutzung möglich. Auch unsachgemĂ€ĂŸe Mehrfachspeicherung treibe die Speicherkosten hoch. Die Verwaltung elektronischer Unterlagen auf der Grundlage eines Aktenplans sei ein dynamischer Vorgang, der zu steten Anpassungen fĂŒhre. Ein Aktenplan solle sich in der Ordnerstruktur wiederfinden und solle sich an dem tatsĂ€chlichen Bedarf orientieren. Eine Anpassung mĂŒsse sich aber an den konkreten Bedarfen orientieren und dĂŒrfe nicht zu viele Ebenen umfassen.

Nach einer Kaffeepause folgte um 11 Uhr mit dem Konferenzteil der abschließende, nicht-Fachliche, Teil der Tagung. Hierzu gehörten wie ĂŒblich der Bericht ĂŒber die TĂ€tigkeit des Vorstands im zurĂŒcjkliegenden Jahr, der Finanzbericht, der Bericht der KassenprĂŒfer und die Entlastung des Vorstands. DarĂŒber hinaus wandte sich der Vorsitzende der Bundeskonferenz kirchlicher Archive, Dr. Christoph Schmider (Archiv des Erzbistums Freiburg) in einem Grußwort an die Versammlung, berichtete kurz ĂŒber laufende ĂŒbergreifende Projekte der BKK und lud Mitglieder der AGOA herzlich zur Mitwirkung in Arbeitsgruppen ein. Er betonte das gemeinsame Interesse von BKK und AGOA an einer zukunftsorientierten Sicherung kirchlicher Überlieferung. Abschließend richtete sich der Blick kurz auch auf die nĂ€chste Jahrestagung, die zum 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um der AGOA im Kloster Himmelspforten in WĂŒrzburg stattfinden wird. Mit dem Schlusswort von Sr. Ulrike Dimler CJ wurde die diesjĂ€hrige Jahrestagung der AGOA beendet.

Bericht: Dr. Wolfgang Schaffer
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Herunterladen und Öffnen der Datei protokolle_jahrestagungen_2004_bis_2011.pdfProtokolle der 8. bis 15. Jahrestagung (2004 bis 2011) (559 kb)
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