20.09.2019

Missionsköpfe: P. Mario Borzaga OMI

„Es ist wichtig, auf dem Weg zu bleiben“

  • Bild: Archiv Generalpostulation OMI

Missionsköpfe - das sind Ordensfrauen und Ordensmänner, die mit ihrem Leben und ihrem Tun für ein modernes Missionsverständnis stehen, etwa im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils, auch wenn sie zum Teil schon vor dem Konzil gelebt und gewirkt haben. Anlässlich des außerordentlichen Monats der Weltmission im Oktober 2019 und dem damit verbundenen Themenschwerpunk "Mission" auf orden.de im 2. Halbjahr 2019 werden hier und im Themenbereich Mission einige von ihnen exemplarisch portraitiert. 

Mario Borzaga wurde am 27. August 1932 in Trient geboren. Mit 16 Jahren trat er ins Priesterseminar der Diözese ein. Weil er Missionar werden wollte, wechselte er 1952 in die Gemeinschaft der Oblatenmissionare. Am 24. Februar 1957 wurde Mario zum Priester geweiht und auf eigenen Wunsch nach Laos geschickt.

Das Klima, die vielen Dialekte und die schlechten Verkehrswege machten Laos zu einer der schwierigsten Missionen. Mario wirkte im Norden des Landes. Er feierte Gottesdienste, unterrichtete Taufbewerber, führte Katecheten in den Dienst ein, besuchte Familien und Kranke. Oft ging er in die abgelegenen Bergdörfer, die nur durch lange Fußmärsche zu erreichen waren, um die wenigen Christen dort zu sehen. In sein Tagebuch schrieb er: „Es ist wichtig, auf dem Weg zu bleiben. Die Straße wird unser Zuhause sein. Wenn wir in ein Haus kommen, müssen wir es zu einem Weg machen, der zu Gott führt.“ Sein Wirken hatte Erfolg. Die christliche Gemeinde wuchs, aber die politische Lage wurde immer mehr zu einem Problem. Kommunistische Milizen waren im Land und für die ausländischen Missionare war der Aufenthalt in den besetzten Gebieten lebensgefährlich. Mario blieb trotzdem bei seiner Gemeinde.

Am 24. April 1960 machte er sich mit dem Katecheten Paul Thoj Xyooj auf den Weg, um Kranke zu besuchen. Von dieser Reise kehrten die beiden nie zurück. Heute wissen wir von Zeugen, die sich lange nicht zu reden trauten, dass Mario und Paul Thoj Xyooj am 1. Mai 1960 von kommunistischen Milizen aufgegriffen wurde. Einer der Soldaten berichtete später: „Wir zwangen sie, ein Loch zu graben. Ich erschoss dann beide“. Am 11. Dezember 2016 wurden sie mit 15 weiteren Märtyrern, die zwischen 1954 und 1970 in Laos gestorben waren, seliggesprochen.

Pater Borzaga bei Schreibarbeiten. Bild: Archiv Generalpostulation OMI

In der Mitteleuropäischen Provinz der Oblaten steht das Jugendkloster in Fulda unter dem Patronat des seligen Mario Borzaga. Für uns Oblaten ist er ein Vorbild, weil er schon als junger Mensch eine große Sehnsucht danach hatte, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Wir denken, dass er ein Seliger ist, der jungen Menschen viel zu sagen hat.

Als Missionare sind wir aber immer auch Lernende und möchten von jungen Menschen herausgefordert werden. Wir wollen ihnen zuhören und den Weg des Glaubens gemeinsam mit ihnen gehen, gemeinsam missionarische Jünger Christi sein.

Diese Idee reicht bis zur Gründung der Gemeinschaft zurück. Es war einer der ersten Dienste unseres Gründers, Eugen von Mazenod, auf die Bedürfnisse junger Menschen einzugehen. Damit es sich wirklich um eine Mission der Oblaten handelt, muss es sich immer um eine Mission mit Jugendlichen handeln, also eine, die sie mit einbezieht und selber aktiv werden lässt und sich nicht nur an Jugendliche richtet. Wie dem seligen Mario Borzaga ist uns dabei bewusst: „Es ist wichtig, auf dem Weg zu bleiben. Die Straße wird unser Zuhause sein…“.

(von P. Christoph Heinemann OMI)