26.11.2019

Ordensobere im Bistum Trier enttäuscht über Intervention aus Rom

Stellungnahme des Vorstands der Trierer Ordenskonferenz

Koblenz, Trier, Waldbreitbach. Befremden und Enttäuschung löst die Aussetzung der Bistumsreform durch Rom beim Vorstand der Trierer Ordenskonferenz aus. Auf Unverständnis stößt die Intervention bei Sr. Scholastika Jurt, Generalpriorin der Arenberger Dominikanerinnen, Sr. Edith-Maria Magar, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Br. Peter Berg, stellvertretender Generaloberer der Barmherzigen Brüder Trier, und P. Martin Königstein, Provinzial der Arnsteiner Patres.

Sie selbst, bzw. Mitglieder ihrer Ordensgemeinschaften, haben an der Bistumssynode teilgenommen. Insgesamt engagierten sich 19 Ordensfrauen und -männer als Synodale und arbeiteten in 9 von 10 Sachkommissionen mit.

Sie stehen voll und ganz hinter den Aussagen des Schlussdokumentes der Synode und sind davon überzeugt, dass sich die Kirche notwendigen Veränderungen nicht verschließen darf, wenn sie Zukunft haben will. Einschneidende Veränderungen stehen auch bei den Orden auf der Tagesordnung, denn Überalterung und Nachwuchsmangel erfordern ein den Gegebenheiten angemessenes Handeln.

Dass Veränderungen immer auch mit Widerständen einhergehen, das wissen die Oberen aus eigenem Erleben nur zu gut. Die Art und Weise und der Stil des Miteinanders im Kontext der Synodenumsetzung jedoch sind erschreckend und schädlich.

Seit dem Abschluss der Synode 2016 gab es zahlreiche Informationsveranstaltungen, Anhörverfahren und Gesprächsangebote, und es befremdet, dass die geplante Reform zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich neue Teams auf den Dienst in den Pfarreien der Zukunft einstellen, ausgebremst wird.

Einige dieser Frauen und Männer, die bereit sind, trotz erheblicher Widerstände Verantwortung zu übernehmen, haben ihre bisherigen Stellen gekündigt. Für sie und ihre Familien ist die aktuelle Situation mehr als belastend.

Die Ordensoberen fragen kritisch an, ob es der Kirche um die Präsenz Gottes geht oder um die Angst vor Machtverlust und hoffen, dass sie trotz mancher Widrigkeiten ihren Auftrag nicht aus dem Blick verliert, für die Menschen da zu sein und Gottes Heilsbotschaft zu bezeugen.