24.12.2020

Ein heruntergekommener Gott...

Von P. Jörg Müller SAC

             

... ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Und er hat kein menschliches Elend ausgelassen: jüdisch, arm, verfolgt, verleumdet, gefoltert, ermordet. Was für eine Karriere!

Hätte man Gott erfunden, wäre er ein siegreicher Befreier geworden, der seinen Feinden gezeigt hätte, wo der Hammer hängt, Aber so?!

Und gerade dieses Bild vom Erlöser ist echt; denn er beugt sich zu uns herunter, wird uns gleich, leidet entsetzlich.

Weihnachten ist ein Sozialfall, keineswegs romantisch und liebreizend. Vielleicht spüren wir in diesem Corona-Jahr etwas von dieser Verlassenheit und Armut. Das Fest von unten zwingt zum Nachdenken und auch zur Korrektur unseres Verhaltens; wir müssen wieder Abstand halten zu unseren bisherigen hohen Ansprüchen.

Unsere Geschenke  sind heute nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe, aber auch nicht Hefe, Nudeln und Klopapier, sondern Glaube (an die Gegenwart Gottes), Hoffnung (auf das Ende der Pandemie) und Liebe (gegenüber den Zukurzgekommenen).

Ich wünsche Ihnen gesegnete Zeit.

Der Pallottiner P. Jörg Müller SAC schreibt regelmäßig Beiträge für die pallottinische Seite "eingemischt". Diesen etwas anderen Weihnachtstext hat er auch orden.de zur Verfügung gestellt.