04.03.2018

Es werde, es werde...

von Pater Egon Färber MSF

„Behutsam leise nimmst du fort die Dämmrung von der Erde,

sprichst jeden Morgen neu dein Wort: Es werde, es werde.“

So lautet der Refrain eines neuzeitlichen Morgenliedes im Gotteslob (Nr. 82).

Hier wird das Werk des Schöpfers besungen. Es heißt ja auf der ersten Seite der Bibel, im zweiten Vers des Buches Genesis:

„Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut.“

Doch, so lesen wir weiter: “Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“

Und im dritten Vers vernehmen wir: “Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“

Das bedeutet für uns: Die Welt ist oft wüst und wirr, aber nicht von Gott verlassen.

Das neue Lied lädt uns ein, jeden Morgen den Blick zu Gott zu erheben und den Tag mit der Zuversicht zu beginnen:  

Es werde Licht an diesem Morgen;

es werde Kraft an diesem Tag;

es werde Trost in langen Stunden.

Es werde, es werde … es werde ein gesegneter Tag im Licht des Herrn!

Dass jeden Morgen die Sonne aufgeht und es hell wird, zeigt, dass die Schöpfung weitergeht. Jeden Morgen kann ich in der aufgehenden Sonne das Licht Gottes erahnen, das keinen Untergang kennt. –

Aber geht das so einfach? Sicher nicht.

Denn dunkel ist nicht nur die Nacht. Auch Angst, Not und Krankheit legen sich manchmal wie ein dunkler Schatten auf unsere Seele.

Und dieser Schatten schwindet nicht einfach dahin, wenn die Sonne aufgeht.

Das neue Morgenlied weicht dieser Schwierigkeit nicht aus.

„Behutsam leise“ beginnt es mit der stillen Hoffnung: „Es werde, es werde“.

Darin schwingt die Glaubenszuversicht: Gott wirkt in unserer Welt. Seine Schöpfung ist nicht zu Ende. Die Zukunft liegt in Seiner Hand. Pater Jean Berthier, der Gründer der Ordensgemeinschaft der Missionare von der Heiligen Familie, sagte es einmal so: „Gottes Kraft ist in unserer Zeit nicht schwächer geworden.“