30.09.2018

Feuer und Flamme

Heute vor 93 Jahren hat Anna Dengel, die Gründerin der Missionsärztlichen Schwestern, zusammen mit drei anderen Frauen, unsere Gemeinschaft gegründet. Für uns ist das ein Grund zum Feiern!

Ich stelle mir vor, wie sie zusammen saßen auf ihren Umzugskartons und den ersten Gemeinschaftsgottesdienst feierten. Ganz ohne Prunk, aber mit viel Gloria. Über den Anfang ihrer Vision hat Anna Dengel einmal gesagt: „Ich war Feuer und Flamme... eine Missionarin zu sein mit einem klaren Ziel. Um eine brennende Not zu lindern, die nur Frauen stillen konnten.“ Sie hatte während ihrer Zeit in Nordindien in einem Krankenhaus die Not der Frauen und Kinder kennengelernt. Muslimischen Frauen war es nicht erlaubt sich von Männern medizinisch behandeln zu lassen – und weibliche Ärztinnen gab es noch keine. Daran wollte sie etwas ändern.

Ihre eigene Not – ihre Mutter war verstorben als sie ein Kind war – lies in ihr ein tiefes Mitgefühl für diese Frauen und deren Kinder entstehen. Daraus verbreitete sich in ihr soviel „Feuer und Flamme“, dass sie gar nicht anders konnte als diesem Ruf zu folgen.

Das berührt mich immer wieder. Wie fokussiert sie nach ihrer Entscheidung zur Gründung unserer Gemeinschaft vorging, um ein weltweites Netz zu knüpfen, in dem Menschen sich einsetzen für Gerechtigkeit, für Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung. Wir würden sagen: Für Heilung. Und nochmal: Anna Dengel hat es von Anfang an international getan – ohne großartig darüber nachzudenken welche Differenzen die Kulturen der vier Frauen mitbringen. „Uns verbindet viel mehr als uns trennt.“ hat sie einmal gesagt. Darin ist sie mir ein Vorbild.