02.12.2018

Kultur des Lichts

Menschen, die viel im Dunkeln leben, haben eine besondere Beziehung zum Licht. Es spendet ihnen Helligkeit und Wärme und weist den Weg in der Orientierungslosigkeit der Nacht. Daraus hat sich in unseren nördlichen Breiten eine wahre Kultur des Lichts entwickelt, für die die Lichter auf dem Adventskranz ein Beispiel sind.

Wer umnachtet ist, der sieht nicht mehr klar und kann nicht mehr klar denken. Ein lichter Geist dagegen ist etwas Wunderbares. Er durchdringt Zusammenhänge, erkennt das Wesentliche und bringt lichte Gedanken hervor. Licht steht für Erleuchtung, Einsicht, Weitsicht, Aufmerksamkeit. Immer wieder zünden wir ein Licht an in unserem Alltag, ob im buchstäblichen oder übertragenen Sinn.

Gerade die Advents- und Weihnachtszeit ist voller Lichter, die die dunkle Jahreszeit erhellen. Diese Lichter sollen uns helfen, den Blick zu schärfen für das wahre Licht, das in unsere Welt hereinleuchtet und das Dunkel des Todes vertreibt. Wer Christus, das Licht der Welt, in sich aufnimmt, wird von innen hell und beginnt selbst zu leuchten. Doch es bedarf eines lichten Auges, um die Ankunft unseres Erlösers nicht zu übersehen. Inmitten so vieler Irrlichter, die durch unsere Zeit zucken, ist es schwer, das wahre Licht zu erkennen. Daher gilt es wachsam zu sein und bereit für den Kommenden.

Deshalb singen wir auch im Advent: „Wachet auf, ruft uns die Stimme, der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem.“ Im Bild der klugen Jungfrauen, die mit brennenden Lampen dem Bräutigam entgegengehen, wird in diesem Lied eine Grundhaltung deutlich gemacht, die uns alle auszeichnen soll. „Es brannte hell in ihrer Hand die Lampe ihrer Wachsamkeit“, heißt es in einem Hymnus des kirchlichen Stundengebetes. „Lasst eure Lampen brennen“, mahnt uns der Herr. „Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten [...], und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft.“(Lk 12,35-36)