20.01.2019

Das Beste kommt zuletzt

von Sr. M. Ancilla Ernstberger

Den Auftakt zu den sieben johanneischen Zeichen bildet die Wandlung des Wassers in Wein durch Jesus. Damit ist schon ein Grundakkord der frohen Botschaft angeschlagen. Maria, Jesus und seine Jünger sind zu einer Hochzeit eingeladen – zweifelsohne ein Fest, das sich vor allem durch Freude auszeichnet. Zwei Menschen gehen einen Bund fürs Leben ein. Dass die Freude darüber mit Gästen geteilt wird, versteht sich von selbst.

Um so peinlicher ist die Situation, als der Wein, der Garant für die festliche Stimmung, ausgeht. Wie reagieren die meisten auf solch ein Malheur? Mit Spott, Verstimmung oder mit einer zündenden Idee? Maria ist kreativ: Sie weiß, wer allein helfen kann und welche Rolle sie dabei spielt. Sie erfasst die Notlage und bittet in angemessener Weise, indem sie einfach den Mangel beim Namen nennt. Sie fordert ihren Sohn weder dazu auf, etwas zu unternehmen, noch schreibt sie vor, was zu tun sei. Damit ist Maria ein Vorbild für jeden, der sich Jesus bittend oder fürbittend anvertraut. Sie gibt ihre Sorge ab und lässt sich nicht frustrieren von Jesu Nachfrage. Vielmehr motiviert sie die Diener, auf ihren Sohn zu hören, das zu tun, was er sagen wird.  

Und die Diener? Sie hören auf Jesus, den Gast. Ob sie einen Sinn hinter dem Auftrag erkennen, bleibt offen. Aber sie setzen das ihnen Mögliche um: Randvoll füllen sie die Krüge mit Wasser - randvoll! Nachdem sie das Ihrige getan haben, wird aus Wasser Wein. Wie? Es kann wohl nur mit Jesus zusammenhängen. Genaueres erfahren wir nicht. Auf jeden Fall ist dieser Wein aber besser, als der zuvor kredenzte.

Der Evangelist bleibt nicht bei dieser Weinfreude stehen, sondern verweist auf Größeres: Zuerst lässt er Jesus sagen, dass seine Stunde noch nicht gekommen sei, und zuletzt verweist er auf die Offenbarung von Jesu Herrlichkeit.

Wandlung des Irdischen zur Teilnahme am himmlischen Hochzeitsmahl, zu nie endender Freude, dieses Fest bereitet der Herr selbst.