03.03.2019

Buntes Treiben

von P. Karl Peinhopf

Hurra, es ist Faschingszeit! Das bunte Treiben dieser Tage wird auch an unseren Konventen nicht ganz spurlos vorbei gehen. Die TV-Bilder vom Kölner, Mainzer oder Fränkischen Fasching tanzen auch in unsere Ordenshäuser, vielleicht schaffen es dorthin sogar die leichtbekleideten Sambatänzerinnen vom Karneval von Rio.

Unsere Ordenslandschaft in Deutschland hat inzwischen auch eine Art von Buntheit zu bieten. Es braucht keine besondere Beobachtungsgabe, um festzustellen, dass wir seit Jahren in unseren Reihen merklich bunter geworden sind und es immer noch werden. Bei den verschiedenen Zusammenkünften von Ordensleuten ist die steigende Zahl von Ordensfrauen und Ordensmännern vorwiegend aus dem Süden der Welt deutlich zu bemerken. Immer mehr Ordensgemeinschaften setzen sich international zusammen, ähnlich läuft die Entwicklung bei Diözesanpriestern in unseren Bistümern.

Der Fasching ist bald vorbei, aber diese Entwicklung hin zu mehr Pluralität bleibt. Einen Weg zurück gibt es nicht. Damit sind wir als Kirche ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. In Zukunft werden in unseren Gemeinschaften nicht nur die Farben schwarz, grau und weiß den Ton angeben, sondern auch andere Farben werden zum Leuchten kommen. Und das berührt uns alle. Keine(r) von uns kann mehr seine Kultur so leben, als gäbe es keine andere daneben.

Das ist eine Chance und eine Aufgabe zugleich. Interkulturelles Zusammenleben geschieht nicht automatisch. Unsere interkulturell zusammengewürfelten Gemeinschaften können oder sollen ein Modell für die Gesellschaft sein, die zeigen, dass so ein Zusammenleben nicht nur möglich, sondern sogar sehr fruchtbar sein kann, weil sich verschiedene Kulturen gegenseitig bereichern.

Klar, während des Faschings ist das leichter, Verkleidung und Masken helfen, Kontakte zu fremden Menschen aufzunehmen und aufeinander zuzugehen. Den Ordensleuten ist das interkulturelle Zusammenleben auf jeden Fall als zukünftige Aufgabe aufgegeben, aber ganz ohne Masken.