10.03.2019

Der Grundstein ist gelegt

von Sr. Rosa Maria Dick

Am 10. März 1832 kamen die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul von Straßburg nach München. Dieser Tag markiert für uns die Gründung unserer Kongregation. Die Grundsteinlegung für unser Mutterhaus geschah dann – mit Steinen – 1839.  2005 wurde am 13. Juli wieder ein Grundstein gelegt für ein neues Mutterhaus. Die „Landschaft“ hat sich stark verändert, aber nur, was die Zahlen betrifft.

„Der Grundstein ist gelegt“ durch das Wirken unendlich vieler Schwestern in den vielen Jahrzehnten. Aus dieser Aussaat ist unendlich viel gewachsen und hat viele Früchte getragen. Und, die Berufung Einzelner hat an Bedeutung gewonnen. In einer Zeit, in der wir Vieles durch Wissen, Technik und eigene Leistung bewirken, spüren wir sehr deutlich, dass „Berufung“ einen anderen Grund hat. In 1. Kor. 3,9-11 heißt es:

„Wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. Der Gnade entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich, wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.“

Meine, unsere Berufung, lebt aus diesem Grund und baut auf diesem Grund auf. Ein Dreifaches ist uns geschenkt und es darf und kann sich immer wieder ereignen und da meine ich: die Ermächtigung zum Leben, die Erwählung zum Glauben und der Auftrag und die Sendung zu einem Dienst. In diesen drei Faktoren von Berufung spielt das Alter eine untergeordnete Rolle.

Es ändert sich nur die äußere Form und Gestaltung in den verschiedenen Lebensphasen. Ich werde nie vergessen, als mir eine betagte Mitschwester, die darunter gelitten hat, dass sie Vieles schon vergisst und ihr „Kopf nicht mehr in Ordnung ist,“ wie sie es nannte, auf einmal sagte: „Aber wissen Sie, was ich mir vor Kurzem gedacht habe, meine Berufung geht ja weiter.“

Ja, unsere Berufung geht weiter und wir dürfen mit- und weiterbauen. Denn es geht um die lebendige Christusbeziehung. Aus diesem festen Grund lebt und nährt sich unsere Berufung und kann sie sowohl äußeren Stürmen als auch eigener Schwäche standhalten.