31.03.2019

Pastoral 2030

von Sr. M. Michaela Bertsch

Wie oft haben wir in unseren Besprechungen und Konferenzen, ob im Ordensrat, bei der Ober-/innen -Konferenz oder auch in der Ordensleitung der eigenen Gemeinschaft über Pastoral 2030 nachgedacht. Immer mit der Fragestellung: wo sind die Ordensgemeinschaften in der Neukonzeption der Pastoralen Zentren verortet? Wie wird ein Pastorales Zentrum zu einem geistlichen Zentrum und welche Rolle fällt hierbei den Ordensgemeinschaften zu? Mit diesen Fragestellungen bin ich in die Diözesane Pastoralkonferenz im Collegium Borromaeum in Freiburg als Vertreterin des Ordensrates gekommen. Beim Zuhören der vielen Beiträge konnte ich immer wieder nur denken: was hier stattfindet, ist ein Zukunftskongress, auf dem sich das Abschiednehmen und Neudenken die Hand reichen. Habe ich das nicht alles schon in der eigenen Gemeinschaft erlebt? Erlebe ich das nicht jeden Tag neu? Doch hier geht es um ganz andere Dimensionen und Größenordnungen und um sehr vielschichtige und weitreichende Veränderungsprozesse, von den eben erst geschaffenen Seelsorgeeinheiten hin zu großen Pastoralen Zentren. Was immer wir darunter verstehen und uns vorstellen können - in diese Strukturdebatte müssen sehr viele Menschen und Gremien mitgenommen werden. Das braucht Überzeugungsarbeit. Und: Bei dem Einläuten eines solch großen Umwandlungsprozesses darf das prophetische Element nicht fehlen. Es bedarf einer prophetischen Lebenshaltung. Dies bedeutet, wie unser Ordensvater Franziskus sagt: „In den Fußspuren unseres Herrn Jesu Christi zu gehen“, Entwicklungen und Veränderungen unserer Zeit im Lichte des Evangeliums zu beobachten und zu handeln. Bei aller Analyse der Gegenwart und kritischem Blick in die Zukunft: es gilt, unserem Gott eine Wohnung zu bereiten, inmitten eines großen Umbruchs von Kirche und Welt.

Hier sehe ich den Platz von uns Ordensleuten in diesem Prozess. Wir dürfen nicht dem Machertum verfallen, sondern müssen unsere Berufung entsprechend dem je eigenen Charisma unserer Gründer echt und authentisch leben und darin zu Hause sein. Obwohl ich am Anfang der Patoralkonferenz nicht richtig wusste, wo wir Ordensleute in dem Prozess verortet sind, am Ende der Patoralkonferenz war mir klar, es ist wie Silja Walter sagt: „Einer muss zu Hause sein, um den Herrn empfangen und ihm eine Wohnung zu bereiten.“