28.04.2019

Die barmherzige Liebe Gottes

von Sr. M. Tatjana Seeboth

Wenn ich aus dem Fenster schaue, habe ich diesen herrlichen Blick auf den See vor unserem Haus in der Schönstatt-Au in Borken. Öfter kommt mir dabei ein Satz von unserem Gründer, Pater Josef Kentenich, in den Sinn:

„Wir schwimmen im Meer der Gnaden und sind doch oft dem Verdursten nahe,

weil wir nicht schöpfen.“

Gott bietet uns unablässig seine Liebe, seine Kraft, seine Nähe und seine Gnade an. Wir sind davon umgeben. Unsere Sehnsucht, unser Durst ist groß, doch unser Herz oft nicht frei und wach.

Heute ist der Sonntag der Barmherzigkeit. Papst Johannes Paul II. hat seit dem Jahr 2000 den Zweiten Ostersonntag dafür bestimmt. Wird nicht gerade an Ostern die barmherzige Liebe Gottes zu uns Menschen besonders deutlich? Christus gibt sich ganz in den Willen des Vaters hinein und heilt so den Ungehorsam der Menschheit. Indem Gott seinen Sohn auferweckt, überwindet er den Tod. Es ist die barmherzige Liebe Gottes, die uns eine Zukunftsperspektive gibt. Als der Auferstandene unter seine Jünger tritt, zeigt er ihnen seine Wunden. Indem er Thomas einlädt, seine Wunden zu berühren, bietet er nicht nur handfeste Beweise seiner Auferstehung an. Er lädt auch dazu ein, in Berührung zu kommen mit der barmherzigen Liebe Gottes. Der barmherzig liebende Vater heilt auch die Wunden unseres Lebens. Er bietet uns ein Meer von Gnaden an. Doch schöpfen müssen wir selbst.

In dieser Woche beginnt der Mai, der Marienmonat. Wir dürfen zur Mutter der Gnade kommen und ihr die Nöte der Welt, die Sorge für Europa und unsere Kirche und alles, was uns persönlich beschäftigt, vertrauensvoll sagen:

Maria, du Königin der Barmherzigkeit, bitte für uns!