16.06.2019

Ein Heiliger für alle Fälle

von Br. Bernhardin Seither OFM Conv.

„Antonius von Padua - Ein Heiliger (Christ) auf Umwegen“

In der vergangenen Woche feierten wir das Fest des heiligen Antonius von Padua. Mein verstorbener Mitbruder, P. Prof. Dr. Andreas-Pazifikus Alkofer OFM Conv. (1962-2006), hat ein Buch über den populären Heiligen verfasst und dafür einen provokanten, wie wertvollen Titel verfasst: „Antonius von Padua – Franziskaner auf Umwegen / Auf der Suche nach der eigenen Lebensspur.“ Aus dem Augustiner-Chorherr Fernando wurde der Minderbruder Antonius. Sein Lebens- und Berufungsweg lief nicht gerade, wie bei vielen anderen Heiligen und Seligen auch und wie wahrscheinlich bei jeder und jedem von uns! Deshalb habe ich die Überschrift der Kolumne entsprechend erweitert und möchte noch auf ein Sprichwort hinweisen: „Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben.“ Der Volksmund kennt viele Sprichwörter, die Lebenserfahrung auf den Punkt bringen.

Ein Gedanke für die kommende Woche:

Gott weiß um mich und kann etwas mit mir anfangen und zwar so wie ich nun mal bin. Er braucht mich im Hier und Jetzt.

„Antonius von Padua - Ein Heiliger für alle Fälle“

Blieben wir beim Volksmund, dann müsste diese Überschrift jetzt eigentlich „Antonius, der „Schlamperheilige“ heißen. Unter diesem Namen ist er mir seit Kindertagen bekannt. Warum? – habe ich mich gefragt und fand die Antwort im Blick auf sein Leben und Wirken. Schon zu Lebzeiten genoss Antonius eine große Verehrung, weil die Menschen wussten: mit allem können wir zu ihm kommen. In großer und kleiner Not, in allen Lebenssituationen haben Menschen bei Antonius ein offenes Ohr gefunden und Hilfe erfahren. Daher kommt der im Grunde so wertschätzende Titel „Schlamperheiliger“.

Ein weiterer Gedanke für die kommende Woche:

Mit allem kann ich zu Gott kommen, darf ich seine Hilfe erfahren – direkt und/oder über Heilige und Selige und hoffentlich auch über Menschen wie Sie, Dich und mich!