30.09.2019

Glaubenszeugen

von Sr. Maria Thoma Dikow SMMP

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens fährt eine unserer Schulen in Kürze mit der gesamten Schulgemeinschaft nach Rom. Zur Vorbereitung spreche ich im Religionsunterricht mit Schülerinnen und Schülern über Glaubenszeugen, deren Spuren sich in Rom entdecken lassen, vor allem über Simon Petrus.

In einer 6. Klasse erzähle ich,wie Jesus seine Jünger fragt: „Was reden die Leute eigentlich über mich?“ und wie er nach diversen Antworten weiterfragt: „Und Ihr, für wen haltet ihr mich?“ Ich unterbreche die Geschichte und rege die Klasse an: „Stellt Euch vor, Jesus würde Euch ganz persönlich fragen: Wer bin ich für Dich? – Was würdet Ihr ihm antworten?“

Und dann passiert einer dieser kostbaren Momente, wo mitten im Unterricht plötzlich eine ganz dichte Atmosphäre entsteht. Ein Junge meldet sich: „Ich glaube, ich würde ihm sagen: Du bist der, der immer gute Sachen macht.“ Ein Mädchen: „Ich glaube, ich würde ihm sagen: Du bist mein Freund.“ Ein anderer 12-Jähriger traut sich: „Du bist der, der mich immer beschützt.“ Und eine weitere Schülerin: „Du bist der, der allen Menschen hilft.“

Ich bin betroffen und spiegele den Schülerinnen und Schülern: „ Merkt Ihr was? Gerade werdet Ihr für einander zu Glaubenszeugen. Ihr erzählt einander, was Euch Jesus bedeutet.“ – In dieser Woche beginnt der außerordentliche Monat der Weltmission. „Getauft und gesandt“ – diese Kinder sind mir mit ihren einfachen, teils unbeholfenen Worten, die aus tiefstem Herzen kamen, zu Glaubenszeugen geworden.