03.11.2019

Conchita: Mutter und Selige

von P. Benedikt Sedlmair

Am 4. Mai dieses Jahres wurde in Guadalupe in Mexiko eine Familienmutter seliggesprochen, Conchita (Concepción) Cabrera de Armida. Ihr Leben und ihre Botschaft sind für mein eigenes geistliches Leben sehr wichtig geworden.

Geboren am 8. Dezember 1862 in San Luis Potosí und aufgewachsen in einer gut bürgerlichen Familie lernte sie sehr früh ihren späteren Ehemann, Francisco Armida, kennen. Was mir dabei besonders gefällt, ist, dass für Conchita die menschliche Liebe nie ein Hindernis war, um zugleich ganz Gott zu gehören. Sie war da immer ganz natürlich. Jeden Tag ging sie in der Früh in die Hl. Messe zur hl. Kommunion und danach machte sie sich schön, um sich mit ihrem Verlobten zu treffen.

Mit 22 Jahren heiratete Conchita Francisco und bekam mit ihm in den nächsten 14 Jahren 9 Kinder. Der frühe Tod ihres Mannes war für Conchita ein schwerer Schlag, denn sie führten eine sehr glückliche Ehe. Die Erziehung ihrer Kinder war für Conchita sehr wichtig. Sie hat dabei die menschlichen Dinge ganz normal betrachtet, ohne überall Sünden zu sehen. Sie verstand das Leben als eine gute Sache. Natürlichkeit und Einfachheit waren ihr Wesenszug.

Nach außen hin war ihr Leben genauso gewöhnlich, wie bei vielen anderen Frauen. Zugleich führte Conchita aber auch ein sehr tiefes geistiges Leben mit Gott. Sie verstand es immer mehr, die persönlichen inneren Leiden zu nutzen, um noch tiefer mit Gott verbunden zu sein und vor allem um Seelen retten zu können. Das war ihr großes Anliegen. Gott schenkte ihr viele tiefe Einsichten, so dass aus ihren Schriften in Mexiko eine geistige Bewegung mit mehreren Ordensgemeinschaften entstanden ist.

Die zentrale Gnade ihres Lebens ist die mystische Inkarnation, die Jesus ihr bei einer hl. Kommunion geschenkt hat. Dadurch wird sie in besonders tiefer Weise mit Gott verbunden. Jesus erklärt ihr, dass diese Gnade nicht nur für sie allein da ist, sondern für die ganze Welt. Sie soll in der ganzen Kirche ausgebreitet werden.

Die große innere Verwandlung ihres Lebens wird im Augenblick ihres Sterbens am 3. März 1937 nach außen hin sichtbar: die Anwesenden sehen in ihrem Gesicht das Antlitz Jesu.