01.12.2019

Die Hoffnung stirbt zuletzt

von P. Karl Peinhopf MCCJ

In den kommenden Tagen des Advents beten wir von neuem: „Komm, Herr Jesus!“ In uns allen werden alte oder neue Erwartungen wach und die Hoffnung wird wieder stärker thematisiert. In Brasilien sagen die Leute: „a esperança é a última que morre“, das letzte, das stirbt, ist die Hoffnung! Das gilt wohl auch für uns!

Nachdem ich selbst 5 Jahre im Amazonasgebiet tätig war, habe ich die Amazonassynode in Rom nicht nur medial mitverfolgt, sondern trage eine starke Hoffnung in mir, dass von dieser Synode, wie von den Ortskirchen des Amazonasgebietes, doch ein Beitrag zur Erneuerung für unsere Gesamtkirche ausgehen kann. Ähnlich dem Amazonasstrom, der mit seinen riesigen Mengen an Süßwasser das gesamte Weltmeer befruchtet, wird auch diese doch bescheidene Ortskirche die Weltkirche befruchten.

Die Synodenversammlung erfuhr auch stärkere Wellengänge, mit einigen Widerständen auf ihrem Weg, aber der Geist Gottes führte sie letztendlich beharrlich über die meisten Klippen hinweg. Das Schlussdokument des Papstes soll ja noch vor Weihnachten erscheinen und ein Aufbruchsdokument werden. Ich warte wirklich, dass die Zeit der Ankündigungen endlich zu Ende geht und jetzt einige, wenn auch kleine, Veränderungsschritte in der Kirche umgesetzt werden. Zuerst speziell im Amazonasraum, und dann in anderen kirchlichen Regionen weltweit.

Und ich warte, dass das wichtigste Thema der Synode, die Dringlichkeit der ökologischen Umkehr, gehört wird, und damit auch der Schrei der indigenen Völker nach Überleben. Dass die Präsenz der Frauen, die schon lange die Hauptakteure in den kirchlichen Gemeinden des Amazonas sind, stärker gewürdigt wird.

Vor allem erwarte ich in diesem Advent, dass ich selbst zu einem tiefer hörenden Menschen werde und bei mir selbst anfange, ökologisch nachhaltiger zu leben.