02.02.2020

"Alles hat seine Zeit"

Von Br. Peter Berg

Nun ist es auch schon wieder einen ganzen Monat alt, dass „neue“ Jahr 2020. Die ersten guten Vorsätze sind schon wieder dahin, der ganz normale Alltag läuft  wieder. Doch eigentlich ist doch jeder Tag so bedeutungsvoll wie ein Neujahrstag, oder auch ein Geburtstag, denn die meisten Ereignisse und Entwicklungen unseres Lebens sind nicht an ein Datum gebunden. All das, was uns so alltäglich begegnet, was uns geschenkt wird, auch was uns widerfährt, kurz, das wirkliche Leben, geschieht einfach. Es ist doch auch gut, dass wir nicht alles im Voraus wissen, nicht alles im Voraus planen oder lenken können, sondern, dass wir gelenkt werden. Und wenn wir einmal den Blick zurückwerfen, dann hat doch vieles Sinn gemacht und ist zur rechten Zeit gewesen. Denn, wie es im Buch Kohelet heißt: „Alles hat seine Zeit“! (Kohelet 3,1)

Ich finde, Leben ist nur wirklich dann gelebt, wenn wir uns darauf einlassen können, wenn wir Leben wagen mit all dem, was uns begegnet – auch ungeplant, ja manchmal auch ungewollt. Eine Konstante, die uns immer dabei begleitet und trägt, ist Gottes uneingeschränkte Liebe zu uns ganz persönlich. Das ist sozusagen die Sicherheit, um mit all dem umzugehen, „was so kommt“. Er, Gott, ist uns Netz und doppelter Boden, wenn es gerade mal nicht so läuft wie geplant. Und Er ist einfach immer da. Dies in ganz unterschiedlicher Art und Weise, vielleicht in der Begegnung mit Menschen, mit der Natur, mit mir selbst, in meinen Gedanken, in meinen Gebeten, in meinen Gefühlen oder sonst irgendwie. So wird Leben dann auch spannend und ich kann der Aussage des Propheten „Alles hat seine Zeit“ gelassener begegnen. Denn sicher ist, es gibt keine Zeit ohne Gott, egal wo der Kalender gerade steht.