12.04.2020

Ostern- Vom Dunkel zum Licht

Von Erzabt Wolfgang Öxler OSB

  • Als es noch dunkel war… (Joh 20,1) Vieles liegt gerade im Dunkeln. Niemand hat im Moment eine Ahnung, wie sich die Corona-Pandemie weiter verbreitet. Noch nie habe ich das Fest der Auferstehung hinter verschlossenen Türen gefeiert.
  • Als es noch dunkel war… Jede Art von Krankheit ist hart und eine Einschränkung der Lebensqualität.  Die Krankheit kann aber auch einem höheren Ziel dienen. Indem sie mich einschränkt, zwingt sie mich zu mehr Tiefgang. Sie kann mich daran hindern, mein Leben oberflächlichen Zielen wie Ansehen und Erfolg zu opfern.

Im Exultet singen wir: „Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach…“ Bei aller Ohnmacht dürfen wir erleben, wie kostbar in dieser beängstigenden und dunklen Zeit Solidarität und Freundschaft ist. Trotz Abstandhaltens rücken Menschen einander näher und finden Wege und Zeichen, einander Mut zuzusprechen.

Mit Ostern wurde es heller in der Welt

Die Osterkerze als Zeichen für den Auferstanden

  • Licht- als Orientierung - Als es heller wurde, ging zunächst dem Johannes ein Licht auf: „Er sah und glaubte“. Der Glaube an die Auferstehung erhellt mein Leben und gibt ihm Zuversicht. Auch heute dürfen wir glauben, dass die Knechtschaft der äußeren Verhältnisse, der inneren Zwänge, der eigenen Ängste nicht das letzte Wort hat.
  • Licht-  strahlt nach allen Seiten - Es wurde heller, als der Auferstandene den immer noch verängstigten Jüngern erschien. Er konnte ihnen seine Hände und Füße zeigen, die immer noch von den Wundmalen gezeichnet waren. Jesus ist für alle gestorben und auferstanden.
  • Licht – als brennende Flamme -  Die kleinste Flamme hat die Kraft, die ganze Welt in Brand zu setzen. Die Osterkerze ist das Zeichen für Jesus selbst. Ich darf mich jeden Tag an der Liebe Gottes entzünden. Heller wurde die Welt durch die Botschaft Christi. Lassen wir nicht zu, dass es wieder dunkler wird.

Foto: Br. Cassian Jakobs OSB