01.11.2020

Ein großartiger Ausblick

Von P. Egon Färber MSF

Wer bei unserem früheren Kloster Maria Königin in Altenhundem

zum Klosterfriedhof geht, den begrüßen am Eingang

auf einem massiven Steinblock die Worte:

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“   

Diese Verheißung ist aus dem Johannes-Evangelium genommen (Joh 14,1-6).

Das sind starke Worte der Glaubenszusage.

Da klingt aber auch unsere Lebenswirklichkeit durch:

Im Diesseits haben wir keine bleibende Wohnung.

Unser Leben ist ein Pilgerweg.

Wir sind unterwegs auf dem Weg zum „Haus des Vaters“.

Es macht Sinn, unseren Blick immer wieder einmal nach vorn zu richten.

Dazu lädt uns gerade der Monat November ein.

Er macht uns im Bild der Natur bewusst,

dass wir eines Tages an das Ende unseres irdischen Daseins kommen,

an die Schwelle des Todes.

Für Glaubende ist diese Schwelle zugleich die Schwelle zum Haus des Vaters.

Gelegentlich ertappe ich mich bei der Frage: Wie wird dieses Haus aussehen?

Kein Mensch kann es mir erklären oder beschreiben.

Mein Glaube sagt mir aber, dass dort die lichtvolle Gegenwart Gottes auf uns wartet

und der HERR uns in diese Gegenwart aufnehmen will. -

Und schon kommt mir die nächste Frage:

Was will ich mitnehmen auf meine Reise zum Haus des Vaters?

Die Antwort kann vielleicht so lauten:

Mitgenommen werden kann alles, was sich im Herzen

an Wichtigem und Gutem angereichert hat:

Unsere lebendige Teilnahme am Schöpfungswerk Gottes,

die Achtsamkeit für unsere Mitmenschen,  

Hilfsbereitschaft und Liebe,

eigentlich alles, was Jesus uns in der Bergpredigt ans Herz gelegt hat

und alles, was wir im Laufe des Lebens in seiner Gnade schenken durften.

Dies ist der Auftrag unseres Lebens

und gleichzeitig der großartige Ausblick auf das Bleibende.