27.09.2020

Schöpfungszeit

Von Sr. Maria Thoma Dikow SMMP

Ich gehe gern wandern, bin viel in der Natur unterwegs. Bei einem Spaziergang im nahen Wald spüre ich den Kontrast: Das wohltuende Grün der Buchen, die ersten sich herbstlich bunt färbenden Blätter, der Schrei eines Bussards, das Knacken von Bucheckern unter meinen Füßen, das Rauschen des Windes in den Bäumen, wie gut tut das alles! – Und dann, unvermittelt in krassem Gegensatz, abgestorbene Fichten, mal einzelne, mal ein ganzer Hektar, und immer wieder meterhohe Wände von Stämmen gefällter Bäume am Weg: Opfer der Trockenheit und der Wärme. Ich sehe die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und frage mich zum x-ten Mal, was wir kleinen Leute wirklich beitragen können, um ihn zu verlangsamen.

In diesen Wochen begehen viele Kirchen, Gemeinden und Ordensgemeinschaften in ökumenischer Gemeinsamkeit die „Schöpfungszeit“. Wir feiern Gott, den Schöpfer der Welt, der zu unserer Erde gesagt hat: „Es ist sehr gut!“ Lobpreis und Fürbitte geben unserem Handeln das Fundament. Eine Anregung dazu gibt das „Gebet für unsere Erde“ von Papst Franziskus (Laudato si‘, Nr. 246). Mit ein paar Sätzen daraus möchte ich schließen:

„Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden. Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung. Danke, dass du alle Tage bei uns bist.“