Ordensgemeinschaften in Deutschland

Ostern geht weiter

Das liturgische Grün des Jahreskreises weicht an diesem Sonntag, dem Dreifaltigkeitssonntag noch einmal dem österlichen Weiß. In der Rückschau auf Ostern können wir unseren eigenen Standort bestimmen, wenn wir uns die zahlreichen Zeugen der Auferstehung Jesu vor Augen halten: Da gibt es die sich Sehnenden, die Suchenden, die Zweifelnden, die Desillusionierten. Es begegnen uns Verfolgte und Verfolger, ebenso Menschen, die sich berühren lassen und umkehren, und solche, die sich sofort von österlicher Freude begeistern lassen und sich voll Eifer unverzüglich der Ausbreitung des Glaubens an den Auferstandenen widmen. Manche sind fähig, Menschenmassen für das Evangelium in Bann zu ziehen, andere dagegen eröffnen einzelnen Menschen einen Zugang zum Glauben in der persönlichen Begegnung. Insbesondere die Apostelgeschichte stellt einen bunten Strauß des lebendigen Wirkens Jesu nach seiner Auferstehung in und durch seine Jünger vor.

Aber wie steht es um meine eigenen Ostererfahrungen? Und inwiefern gebe ich selbst Zeugnis davon? Das Wort des Paulus auf dem Areopag trifft alle nachösterlich Lebenden. Er greift auf, was den Athenern wichtig ist: Den „unbekannten Gott“, von dem Paulus sagt: „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ (Apg 17,28a) So führt er seine Zuhörer über den in Stein gemeißelten Götterglauben hinaus in die Weite Gottes. Wie die Luft, die wir atmen, so ist Gott um uns und in uns. Und wie die uns umgebende Luft lebensnotwendig ist, so schenkt uns die ebenso wenig sichtbare Präsenz Gottes, in die wir durch die Taufe auf den dreifaltigen Gott hineingeboren sind, Raum zum Leben, das alles irdisch Fassbare überschreitet. Das Wesen dieser Gemeinschaft, die sich in dieser Dreiheit in Einheit ausdrückt, ist die gegenseitige Liebe. Diese Liebe will nicht für sich bleiben. Sie ist offen für alle Menschen, geht bis an die Enden der Erde und der Zeit. An uns ist es jeweils, das Einbruchstor göttlichen Lichtes in unsere Herzen und in dieser Welt zu entdecken und zu entschlüsseln und strahlen zu lassen.

Über die Autorin

Sr. M. Ancilla Ernstberger ist Oberin der Augustiner Chorfrauen im Michaelskloster Paderborn.

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