Ordensgemeinschaften in Deutschland

Die Frau am Jakobsbrunnen

Es war Juden verboten, mit Samaritern Kontakt zu haben, weil sie ihren Glauben mit heidnischen Lehren vermischten. Diese Frau ist eine Samariterin (Joh 4,1-26).

Jesus verwickelt sie in ein Gespräch, in dem er ihr das Wasser des ewigen Lebens anbietet und nach kurzem Disput ihre private Katastrophe enthüllt: „Fünf Männer hast du gehabt und der jetzige ist nicht dein Mann“. Das war ein Schock für sie. Und sie erkennt, dass dieser Mann ein Prophet ist.

Jesus legt mit klaren Worten dar, dass der wahre Glaube nur von den Juden kommt und dass es um die Anbetung des wahren Gottes geht; denn „ihr betet an, was ihr nicht kennt.“ Die Frau weist auf den kommenden Messias hin, der alles verkünden wird, und erfährt jetzt aus dem Mund Jesu, dass er es ist.

Diese Begegnung muss sie vollends sprachlos gemacht haben. Da kommt einer, der erstens das Verbot der Kontaktaufnahme ignoriert, zweitens hellseherische Fähigkeiten hat und drittens auch noch der Messias ist.

Diese Begegnung hatte zur Folge, dass sich viele Samariter bekehrten. Diese Erzählung bestätigt wieder einmal mehr, dass die Überwindung von Berührungsängsten und freimütige Kommunikation mehr erreichen können als Verbote und religiös verbrämte Feindseligkeiten.

Und noch was: Jesus lernt hier etwas Neues. War er bislang der Meinung, nur zu den Juden gesandt zu sein, so lenkt er nun ein  angesichts des enormen hartnäckigen Bittens der Frau und geht auch zu den Heiden.

Was zählt, sind nicht soziale Ausgrenzungen, sondern mutige Schritte zur Nächsten.

Über den Autor

P. Dr. Jörg Müller SAC ist Pallottinerpater und Psychotherapeut.

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