Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kolumne: Aufbruch

„Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,19a) Dass Neues sprießt und scheinbar Totes wieder zum Leben kommt, darüber dürfen wir im Frühling staunen, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht. Wie schön, dass in unseren Breiten dieses Aufbrechen der Vegetation mit dem Fest der Auferstehung zusammenfällt. Während wir im Garten schon darauf warten, dass Tulpen und Narzissen zum Blühen kommen, dass die ausgesäten Radieschen aufgehen und frischer Salat wächst, fallen uns andere Aufbrüche und Neuanfänge oft nicht so leicht. Da fühlen wir uns wohl eher mit den Jüngern an Ostern solidarisch. Obwohl Jesus immer wieder davon sprach, dass er auferstehen werde, verstanden sie nicht, was da geschehen war. Sie glaubten den Frauen nicht, die am leeren Grab waren. Sie begegneten dem Auferstandenen und zogen sich doch in ihren Alltag zurück.

Merkt ihr es nicht? – oft braucht es lange, bis wir merken, dass Neues werden will – oder gar schon geworden ist. Viele unserer Gemeinschaften sind damit konfrontiert, dass Altes nicht mehr funktioniert oder trägt. Im Älterwerden der Mitglieder und im kleiner werden der Gemeinschaft passen so die Strukturen nicht mehr und es brauchen Häuser neue Bestimmungen. Weil auch die Welt um uns sich stetig verändert, braucht es neue Formen des Apostolats und des Gemeinschaftslebens. Doch Veränderung kann nicht übers Knie gebrochen werden – Wachstum braucht Zeit und Wachstum braucht den Humus, der aus den Pflanzen vom letzten Jahr geworden ist. So können wir nur miteinander und mit dem Segen Gottes in die Zukunft gehen, aber wir dürfen nicht stehen bleiben, nicht beim leeren Grab und nicht bei dem, wie es immer war.

Trauen wir doch Gott zu, dass ER es ist, der Neues wachsen lässt! Glauben wir, dass er wirklich den Tod besiegt hat und uns zu neuem Leben ruft!

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Über die Autorin

Sr. Susanna Bader ist Provinzoberin der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz der Provinz Baden-Württemberg.

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