Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kolumne: Die Himmelsleiter – Zeichen der Nähe Gottes

Schon seit September 2022 leuchtet die Himmelsleiter in und an der Lamberti-Kirche in Münster. Die Himmelsleiter ist gerade auch am Ende dieses Jahres, wo viele Menschen das Gefühl haben, dass die Welt aus den Fugen geraten ist, ein tröstliches Zeichen.   

Die größere Leiter, mit einer Länge von 36 Metern, ziert den Kirchturm der Lamberti-Kirche von außen. Die kürzere Leiter ist 12 Meter lang. Sie ragt aus dem Innenbereich der Kirche in den Turm empor und ist zurzeit über der Krippe zu sehen. Die Künstlerin Bill Thanner aus Wien hat die Himmelsleiter gestaltet und zu ihrer Installation folgendes gesagt: „Meine Installation soll auch den persönlichen Weg des Menschen zu Gott darstellen. Dieser Weg in den Himmel führt über die Stufen der Tugenden. Sprosse für Sprosse. Meine Himmelsleiter steht in dieser Zeit vor allen Dingen für die drei göttlichen Tugenden Hoffnung, Glaube, Liebe. Wenn alle Menschen ihr Leben daran ausrichten, wäre das doch traumhaft!“   

In diesen weihnachtlichen Tagen hören wir neu die Frohe Botschaft, dass Gott die Richtung der Himmelsleiter geändert hat. Nicht wir müssen die Himmelsleiter hinaufklettern, sondern ER steigt vom Himmel herab auf unsere Erde, in unser gebrochenes Leben, um uns dort zu begegnen. Das kann uns am Ende dieses Jahres mit Zuversicht und Vertrauen erfüllen.    

Die Himmelsleiter erinnert an den Traum des Jakob in Genesis 28. Jakobs Kopf liegt hart gebettet auf einen Stein. Im Schlaf träumt er von einer Leiter in den Himmel, auf der Engel auf- und absteigen: „ Und siehe, der Herr stand vor ihm und sprach: Ich bin der Herr, der Gott, deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks…Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe.“ (Gen 28, 13, 15)   

Am letzten Tag dieses Jahres wünsche ich uns allen, dass wir staunend und vielleicht auch nachdenklich vor dieser Leiter stehen, dass wir  aufschauen zum Himmel als dem Symbol dessen, was den Grund

unseres Lebens ausmacht. Mögen wir mit der Zusage: „Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst“ (Gen 28,15) in das neue Jahr 2024 gehen.  

Übersicht aller wöchentlichen Kolumnen 

Über die Autorin

Sr. Christa Brünen ist Ordensmitglied der Schwestern von der göttlichen Vorhersehung und Teil deren Generalkoordination.

Hier geht es zur Homepage der Schwestern von der göttlichen Vorhersehung