Kolumne: Ein Herz für die Welt
Wie jedes Jahr auch haben wir in den zurückliegenden Tagen das Gedächtnis des heiligen Augustinus (+430) am 28. August und seiner Mutter Monika (+387) am 27. August begangen. Und doch war es dieses Mal ein wenig anders, weil wir am 8. Mai in Papst Leo XIV. einen besonderen Verehrer des heiligen Augustinus als neuen Papst erhalten haben, der zudem dem Orden der Augustiner angehört. In sein päpstliches Wappen hat er das Emblem des Augustinerordens aufgenommen, ein brennendes Herz nämlich, das von einem Pfeil durchbohrt wird.
Das Herz steht für Augustins lebenslange Suche nach Gott, der Pfeil für seine leidenschaftliche Liebe zu ihm, die sein Herz durchdrungen hat. Aus seinem Lebensrückblick, den „Bekenntnissen“ (Confessiones) wissen wir, dass seine glühende Liebe zu Gott oft auch ein innerer Kampf, eine Unruhe, ja gar eine innere Qual war, die ihn aber letztendlich zur Begegnung und zur Hingabe geführt haben. Seine Beziehung zu Gott wurde ihm zur Quelle der inneren Ruhe und des wahren Friedens.
Im Blick auf die nie endende Gewalt auf unserer Welt, die Ungerechtigkeit und Unterdrückung, die Beraubung der Lebensgrundlagen und Freiheitsrechte so vieler Menschen, kann sich auch unser Herz nicht einfach beruhigt zurücklehnen und nur zuschauen. Machen wir uns die Appelle Papst Leos zu eigen und setzen wir uns nach unseren Möglichkeiten ein für den Frieden, im eigenen Herzen wie auch in der Welt.