Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kolumne: Trauer und Trost

Jesus beginnt sein öffentliches Wirken mit einem Paukenschlag, und steigt voll ein ins Wesentliche. In der Bergpredigt zeigt er ein erstaunliches Programm; Verheißungen, die in diese Welt hineingesprochen sind, und die Welt muss mit ihnen leben. Freilich gibt es immer wieder Versuche, diese Gedanken zu belächeln, dass sie nicht mehr wehtun, sie zur Privatmoral zu erklären. Doch wir Christen sollten unsere Schätze kennen und stolz auf sie sein. Entdecken wir neu die Schätze Jesu, die Schätze des Neuen Testamentes.

Es sind nicht nur Schätze für unser persönliches Leben, sondern es sind Schätze der Weltkultur. Wir sollten sie daher hochhalten. Gott erwartet ungeteiltes Vertrauen zu ihm. Wir müssen lieben ohne Grenzen zu setzen, denn wer die Freiheit hat, der ist aufgefordert barmherzig zu sein, Trauernde zu trösten …  dies gehört alles zu den Werkzeugen der geistlichen Kunst, die uns der hl. Benedikt im 4. Kap. seiner Regel aufzeigt. „Trauernd kommen sie und tröstend begleite ich sie“, sagt Gott (Jer. 31,9).

Das neue Leben ist also die Erfahrung der Gegenwart Gottes. Es schenkt Trost, Zuversicht und Lebenssinn und das schon hier und jetzt unter Tränen. So sind auch wir befähigt andere zu trösten durch den Zuspruch eines guten Wortes.  Die Bibel meint mit Trauernden all Jene, die Leid tragen. Alle Trauernde müssen Trauerarbeit leisten - um zu Leid-Tragenden zu werden. Selig sind die Leid-Tragenden. Sie sind (und werden) getröstet.

Es beginnt auf der Erde und findet Vollendung im Himmel. Leid-Tragende Menschen, das sind Menschen, die das Leben wiederfinden möchten, nach Schicksalsschlägen, Krankheit,  Krieg oder Tod, und sie Abschied nehmen müssen. Leid-Tragende das sind Menschen, die sich auf Dauer nicht von ihrem Leid niederschmettern und erdrücken lassen, sondern die es tragen lernen, die bereit sind, sich auf diese harte Arbeit der Trauer einzulassen.  All jenen Menschen gilt das Versprechen Jesu, dass sie getröstet werden, damit sie wieder Freude haben.

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Über die Autorin

Sr. Magdalena Löffler OSB ist Priorin des Klosters St. Lioba.

Hier geht es zur Website des Klosters Lioba.