Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kolumne: Üben und Dranbleiben

Im Februar hatte ich die letzte Stunde beim Physiotherapeuten. Die sechs Behandlungen taten meiner Schulter und meinem Körper insgesamt sehr gut. Meine Schulter ist schmerzfrei. Der Physiotherapeut gibt mir eindringlich mit auf den Weg: „Sie kennen die Übungen jetzt, Sie machen es gut. Bitte unbedingt und konsequent weitermachen. 3x10 Minuten am Tag! Üben, üben, üben – bleiben Sie dran, das wird Ihnen weiterhin gut tun! Täglich übe ich – habe an der Zimmertür und an der Bürotür in der Arbeit ein sog. „Widerstandsband“ – Fitnessband. Ich kann es nicht übersehen, komme  gar nicht aus. Die Erfahrung ist da, dass die Übungen helfen, mir nach wie vor gut tun."

Und während ich so die Übungen mache, kommt mir in den Sinn: Die Fastenzeit kommt und diese Zeit könnte doch auch ein Art Übungszeit werden. – üben und dranbleiben, üben und dranbleiben – das wird guttun – Es ging mir nicht mehr aus den Sinn und ich kenne  einige „Übungen“, die mir guttun, wenn ich sie mache. Es ist eine andere Arte von Übungen, die mir helfen können achtsamer zu werden. Zum Beispiel: einen inneren STOP setzen, um Gedanken, Gefühlen ggf. eine Korrektur oder andere Wirklichkeit entgegenzusetzen. Übungen, die mir eine kleine Auszeit mitten im Alltag schenken, um mich zu erinnern und in der Zusage Gottes an mich neu zu verankern: „Du bist meine geliebte Tochter! Du bist mein geliebter Sohn!“

Und wenn ich dann meinen eigenen Namen einsetzte, es laut ausspreche, hat diese kleine Alltagsübung wie von selbst Auswirklungen auf meinen Umgang mit anderen, mit meiner Umwelt und mit mir selbst. Wirklich motivierend ist, dass diese Übung – sicherlich  gibt es noch viele andere  – überall möglich sind. Es macht keinen Sinn, mich rausreden zu wollen.

Wissen Sie, weißt du auch um „Übungen“, die zutiefst gut tun würden. Es sind diese Übungen, für die es keine Verordnung gibt, sondern die als „Einladung“ aus dem eigenen Inneren mit der Verheißung auftauchen: „Es wird dir guttun!“ Ich freue mich auf die Zeit auf Ostern hin – sie kann durch Üben und Dranbleiben zur Heilszeit, zur Gesundungszeit für Seele und Leib werden. Von Herzen allen noch gesegnete und heilvolle Tage in der Fastenzeit.

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Über die Autorin

Sr. Marita Meister MSsR ist Mitglied der Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser.

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