Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kolumne: Wenn die Stimmung kippt

Es hat sich angebahnt. Lange wird das nicht mehr gut gehen. Es wird eng für Jesus. Seit geraumer Zeit lauern missgünstige Menschen darauf, Jesus festnehmen zu lassen. Ihn endlich aus der Welt zu schaffen. Mit wieviel Ungeduld und Hass haben wohl diese Menschen den Einzug Jesu nach Jerusalem verfolgt? Jesus wird von einer Menschenmenge umjubelt, wie ein König gefeiert. „Hosanna dem Sohn Davids“ rufen sie ihm zu. Der Evangelist Matthäus schreibt, dass die ganze Stadt in Aufregung ist. Es wird gefragt, wer er sei. Und die Leute geben zur Antwort: das ist der Prophet Jesus von Nazaret aus Galiläa. Doch einige Tage später kippt die Stimmung. Die Festnahme Jesu verunsichert viele. Sie beobachten das neue Spektakel, den Verhör Jesu, sein Gang nach Golgota und die Kreuzigung lieber aus der Ferne. Jetzt ist es besser den Mund zu halten.

Wenn die Stimmung kippt – steht unsere Gesellschaft nicht auch an einem solchen Kipppunkt? Die Ausländerfeindlichkeit nimmt zu, die Stimmen gegen unrechtmäßige Abschiebungen werden immer leiser. Es liegen Menschen auf der Lauer, denen die Gleichheit und Würde der Menschen ein Dorn im Auge sind. Und sie stacheln die an, die auf der Verlierer Seite des Lebens stehen. Es wird Stimmung gemacht. Was tun? Wenn wir aufmerksam die Berichte der Passion Jesu lesen, so entdecken wir Menschen, die, obwohl sie auch Angst haben, mutig zur Person Jesu und seiner Botschaft stehen. Petrus der eine Bekehrung dabei erlebt. Simon von Kyrene der ein Stück Kreuzweg mitgeht und die Frauen die in der Nähe zum Kreuz zu finden sind. Sie alle können uns ermutigen in einer Situation in der es eng wird, Treue, Mut und Einsatz zu leben. Nicht davon zu laufen, sondern zur Botschaft des Evangeliums zu stehen, zur unantastbaren Würde des Menschen, jeglicher Kultur.

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Über die Autorin

Sr. Stefanie Strobel sa arbeitet als Geistliche Direktorin am Institut für publizistische Ausbildung (ifp) in München.

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