100 Jahre Weiße Schwestern in Trier
Im Jahr 2026 feiern die Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika, auch als „Weiße Schwestern“ bekannt, ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren kamen sie nach Trier. Obwohl die Gemeinschaft bereits seit 1910 in Deutschland präsent war, galt Trier über viele Jahrzehnte als deutsches Mutterhaus und wurde zum geistlichen und organisatorischen Mittelpunkt der deutschen Gemeinschaften.
Das Kloster in Trier war für Generationen von Schwestern Heimat und Ausgangspunkt ihres missionarischen Wirkens. Von hier aus machten sich mehr als 200 Schwestern auf den Weg in verschiedene Länder Afrikas, um dort die Liebe Gottes zu bezeugen und gemeinsam mit den Menschen zu leben und zu wachsen. Das Haus mit seiner schönen Kapelle und dem weitläufigen Garten war zugleich ein Ort der Begegnung, des Gebets, der Freude und des Abschieds. Im Jahr 2012 mussten die Schwestern das traditionsreiche Gebäude verlassen, da es altersbedingt nicht mehr erhalten werden konnte. Weiterhin leben aber Schwestern der Ordensgemeinschaft in Seniorenzentren an diesem traditionsreichen Ort.
Besonders sichtbar wird das Vermächtnis der Weißen Schwestern in ihrem jahrzehntelangen Einsatz in Afrika. Dort leben und arbeiten sie oft unter schwierigen Bedingungen an der Seite der Menschen. Ihr Wirken reicht von der pastoralen Begleitung in Flüchtlingslagern über Bildungs- und Ausbildungsprogramme bis hin zur Betreuung von Frauen, Kindern und Familien in Not. Wie aktuell dieser Auftrag bis heute ist, erläuterten einige der Ordensfrauen kürzlich auch in einem Gespräch mit domradio.de über die Afrikareise von Papst Leo XIV. Zwei Weiße Schwestern berichteten von ihrer Arbeit mit Geflüchteten und missbrauchten Kindern. Schwester Magdalena, die im Norden Ugandas mit Flüchtlingen arbeitet, betonte, dass für viele Menschen die bloße Präsenz und das Zuhören wichtiger seien als materielle Hilfe. Schwester Redempta schilderte ihre Arbeit in einem Schutz- und Therapiezentrum für Kinder, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Beide sahen in der Papstreise ein Hoffnungszeichen für einen Kontinent, der vielerorts von Armut, Gewalt und Vertreibung geprägt ist. Der vollständige Beitrag ist bei domradio.de nachzulesen: „Ein großes Symbol des Friedens“