Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kl­oster Rogg­enburg feiert 900 Jahre

Im Jahr 2026 steht ein besonderes Jubiläum an: Die Prämonstratenser-Chorherren blicken auf fast ein Jahrtausend geistliche Tradition zurück.

Seit seiner Gründung um 1126 ist das Kloster ein fester Bestandteil der Region. Zu diesem Anlass wird ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm Geschichte, Spiritualität und gemeinschaftliches Miteinander verbinden.

Ein Jahr zum Mitfeiern: Feierlichkeiten zum 900-jährigen Jubiläum

Das Jubiläumsjahr 2026 wird mit einem festlichen Programm begangen. Jeden zweiten Sonntag im Monat werden spezielle Jubiläumssonntage gestaltet. An diesen Tagen finden besondere Gottesdienste mit wechselnden Festpredigern statt, ergänzt durch ein Begleitprogramm. Es werden zudem Einkehrtage, ein Kloster-Escape-Room und ein Actionbound-Spiel zur Entdeckung der Geschichte und des Klostergeländes angeboten. Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Gruppen können als individuelle Ausflugprogramme gebucht werden.

In der Fasten- und Osterzeit gibt es im Kloster Programmpunkte wie „ein Fastenbier mit den Patres“-Diskussionsrunden, Osterkonzerte und Liturgiefeiern. Zur Sommerzeit wird zu Konzerten und Kunstworkshops eingeladen.

Schließlich findet der Höhepunkt des Jubiläumsjahres am Samstag, 3. Oktober 2026, statt: An diesem Tag wird ein feierlicher Festgottesdienst mit Bischof Bertram Meier sowie Generalabt Jos Wouters O. Praem. gefeiert. Im Anschluss sind alle Besucher zu einer Begegnung eingeladen, die den festlichen Tag abrundet.

Einen Überblick über das vielfältige Jubiläumsprogrammgibt es hier auf der Webseite des Klosters

Von der Gründung bis in die Gegenwart: eine Klostergeschichte

Die Wurzeln des Klosters reichen zurück ins frühe 12. Jahrhundert. Graf Bertold von Bibereck stiftete das neue Ordenshaus. Die ersten Prämonstratenser kamen aus Ursberg, einem Kloster, das 2025 sein 900-jähriges Jubiläum feierte, und zogen zeitnah auf den Burgberg, um dort die erste Klosterkirche zu errichten.

Bereits kurze Zeit später gründete das Kloster Roggenburg mehrere weitere Häuser, darunter Adelberg bei Göppingen sowie in der Schweiz St. Luzi (Chur), Churwalden, Katzis und Bendern. Diese wiederum wurden zu Ausgangspunkten weiterer Gründungen. Das Stift selbst wuchs stetig: 1444 zur Abtei erhoben und 1544 reichsunmittelbar, überstand es Bauernkrieg, Reformationszeit und die Not des Dreißigjährigen Krieges. Seine größte Blüte erlebte Roggenburg jedoch im 18. Jahrhundert, als die barocke Klosteranlage entstand.

Mit der Aufhebung im Jahr 1802 schien die Geschichte des Klosters beendet. Der Konvent wurde aufgelöst und die Gebäude wurden unterschiedlich genutzt – vom Landgericht bis zur Haushaltungsschule. Doch die spirituelle Tradition sollte wieder aufleben: 1982 übernahm die Abtei Windberg die Pfarrei Roggenburg, 1986 wurde das Kloster offiziell wiedererrichtet und 1992 als abhängiges Priorat bestätigt. Die Gemeinschaft erneuerte das geistliche Leben und leitete von 2007 bis 2015 eine Gesamtsanierung des barocken Klostergebäudes ein. Heute zählt die Gemeinschaft zehn Chorherren.