07.02.2017

An die Grenzen gehen

  • Sie schmieden gemeinsam Pläne: zwei Jesuiten und eine Anwältin des JRS mit Sr. Anna-Maria und Sr. Maria José.

    Foto: Steyler Missionschwestern

An die Ränder gehen, auf den Schrei der Flüchtlinge antworten, in Gemeinschaft mit denen leben, die ausgegrenzt werden – all das sind Worte, die den missionarischen Auftrag der Steyler Missionsschwestern beschreiben. Worte, die auf Taten drängen. So soll Ende März eine neue Gemeinschaft in Griechenland entstehen.

„Manchmal muss man aus seiner eigenen Realität heraustreten und sie von außen betrachten, um neue Ansätze denken zu können“, kommentierte Sr. Anna-Maria Kofler SSpS, Leiterin der Deutschen Provinz der Steyler Missionsschwestern, die Dynamik der Versammlung aller Regions- und Provinzleiterinnen der Gemeinschaft in Indien im vergangenen Oktober. Gemeinsam mit den Regional- und Provinzleiterinnen Europas traf sie sich im Rahmen der Versammlung, um über die Situation in Europa ins Gespräch zu kommen. Schnell war klar: "Wir wollen eine gemeinsame Antwort auf die Not der Flüchtlinge geben." Ebenso schnell geriet auch Griechenland und die besonders schlimme Lage dort in den Fokus.

Noch während der Versammlung trugen die Schwestern so viele Informationen wie möglich über die Situation der Flüchtlinge in Griechenland zusammen sowie über die Arbeit des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) vor Ort, mit dem sie gerne zusammen arbeiten wollten. Auch von den Mitschwestern der anderen Kontinente erfuhren sie tiefe Einigkeit und eine echte Unterstützung für das Projekt. Einstimmig wurde noch in Indien beschlossen, als Steyler Missionsschwestern in Europa eine Gemeinschaft in Griechenland zu bilden.

Mitte Dezember reisten Sr. Anna-Maria Kofler und Sr. Maria José Rebelo, Leiterin der Region Spanien-Portugal, nach Griechenland, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen und Vertreter des JRS, den Erzbischof von Athen sowie natürlich die Flüchtlinge selbst zu treffen. Die neue Gemeinschaft wird in einem vom JRS gemieteten Haus unterkommen, dass im Moment renoviert wird. Es wird außerdem einen Speiseraum und einige Zimmer für Flüchtlingsfamilien und Büroräume des JRS enthalten. Derzeit werden drei Schwestern gesucht, die das Projekt in Griechenland in wenigen Monaten beginnen können. Die Vision ist, dort eine kontemplative und mitfühlende Gemeinschaft zu bilden, die ein offenes Haus für Flüchtlinge und für die sein soll, die mit ihnen arbeiten. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und damit eine sogenannte „Mission in Bewegung“.

(Sr. Michaela Leifgen SSpS. Weitere Informationen: Homepage der Steyler Missionschwestern)