25.09.2018

Die DOK zur Vorstellung der MHG-Studie durch die Deutsche Bischofskonferenz

"Das Entsetzen ist jedes Mal neu", sagt die DOK-Vorsitzende, Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF. "Vergessen wir nie die Menschen hinter diesen Zahlen." ...

Am heutigen 25. September wurde im Rahmen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz die 2013 begonnene und jetzt abgeschlossene Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie) vorgestellt. Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) begrüßt das Erscheinen der Studie.

Die DOK-Vorsitzende, Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF, war bei der Präsentation der Ergebnisse als Gast anwesend. "Das Entsetzen ist jedes Mal neu", sagt Sr. Katharina. "Vergessen wir nie die Menschen hinter diesen Zahlen. Ich bin mir bewusst, dass angesichts des oft lebenslangen Leids der Opfer alle unsere Bemühungen immer noch zu wenig sind. Angesichts dessen wage ich auch kaum um Entschuldigung zu bitten. Wo Vergebung gewährt wird, in solch einem Fall, ist das ein Geschenk, vor dem ich mich nur staunend beugen kann."

Die Studie der Deutschen Bischofskonferenz bezieht sich auf Missbrauch, der durch Kleriker begangen wurde. Ordensmänner werden durch die Studie nur insoweit erfasst, als sie Mitarbeiter eines Bistums waren oder sind. "Umfassende Forschungen sind ein wichtiger Baustein der Aufarbeitung", so die DOK-Vorsitzende. Daher werde die DOK sich eingehend mit den Ergebnissen der Studie beschäftigen. Sie werde Fachleute, Betroffene wie Wissenschaftler, einbeziehen.

Die Ordensgemeinschaften sind, je nach Arbeitsbereich und Lebensform, sehr unterschiedlich mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs konfrontiert. Als Zusammenschluss der Ordensoberen vernetzt und unterstützt die DOK ihre Mitglieder in ihren jeweils eigenen Bemühungen um Forschung, Aufarbeitung und Prävention. Auch mahnt sie einen angemessenen Umgang mit bekannten Fällen von Missbrauch und den Betroffenen an. Bei all dem gelte es, so die DOK-Vorsitzende, konsequent die Perspektive der Opfer einzunehmen und ihnen zuzuhören. Neben der Aufarbeitung des Geschehenen und einer bestmöglichen Prävention gehe es jedoch auch um einen tiefgreifenden Wandel: "Die Erneuerung der Kirche steht bestenfalls am Anfang: Zu viel Macht, zu wenig Evangelium", stellt Sr. Katharina fest.

Nähere Informationen sowie eine Liste der Ansprechpartner der Ordensgemeinschaften, an die man sich als Betroffene(r) und bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch wenden kann, finden sich hier auf www.orden.de.

Ein Beratungstelefon der Deutschen Bischofskonferenz für Betroffene von sexualisierter Gewalt ist vom 25. September, 11.00 Uhr bis zum 28. September unter Tel.: 0800/0005640 / www.hilfe-nach-missbrauch.de erreichbar; es ist täglich von 14.00 bis 20.00 Uhr besetzt.