05.05.2020

Ordensgemeinschaften ringen um richtigen Weg für Corona-Öffnungen

  • Ordensgemeinschaften ringen um richtigen Weg für Corona-Öffnungen

    Der Wallfahrtsaltar im Franziskanerkloster Hülfensberg (© Br. René P. Walke)

Gottesdienste mit Hygienemaßnahmen

In vielen Bundesländern bzw. (Erz-)Bistümern sind am vergangenen Wochenende erstmals wieder Gottesdienste gefeiert worden, in anderen ist dies ab dieser Woche oder dem kommenden Wochenende wieder möglich. Auch für die Ordensgemeinschaften stellt sich die Frage nach der richtigen Handhabung.

Zwei Meter Mindestabstand, leere Weihwasserbecken, kaum bis gar kein Kirchengesang: das sind nur einige der Maßnahmen, die in den deutschen Bistümern eingeführt wurden, um angesichts der Corona-Pandemie wieder Gottesdienste feiern zu können. Auch die Ordensgemeinschaften, von denen viele bereits wieder Gottesdienste in ihren Abtei- und Klosterkirchen gefeiert haben, haben diese Maßnahmen selbstverständlich umgesetzt.

In den Kirchen sind die Teilnehmerzahlen aufgrund der Abstandsregeln begrenzt. So haben verschiedene Ordensgemeinschaften einige ihrer Gottesdienste kurzerhand ins Freie verlegt: im Nikolauskloster der Oblaten in Jüchen finden Samstagabends und Sonntags insgesamt drei Messen auf der Klosterwiese statt. In ihrer Vorab-Information schreiben sie dazu: „Wir beten in dieser schwierigen Zeit um Gesundheit, um ein sorgsames Umgehen miteinander, um die Ausgewogenheit von Nähe und Distanz.“ Auch die Franziskaner auf dem Hülfensberg feiern Sonntags und Mittwochs Messen wieder im Freien an ihrem Wallfahrtsaltar – nachdem die Wallfahrtseröffnung schon ausfallen musste und bis Ende August auch keine Wallfahrten möglich sind. Wie in zahlreichen Pfarrgemeinden müssen Teilnehmer sich auch hier telefonisch anmelden.

Trotz aller Freude über das Ende des Gottesdienstverbotes gilt es also auch für die Ordensgemeinschaften, die richtige Balance zu finden. „Wir sind uns bewusst, wie viel Beeinträchtigungen diese Maßnahmen auch für Sie mit sich bringen. Aber im Vertrauen auf Ihr Verständnis und Ihr Mittun überwiegt bei uns die Freude, die Liturgie - wenn auch zunächst in kleinem Rahmen - wieder mit Ihnen feiern zu können“, heißt es in einer Stellungnahme der Gemeinschaft von Jerusalem. Wie dies in den nächsten Wochen aussehen wird, wird sich zeigen. Und so werden auch weiterhin die Gottesdienste etlicher Gemeinschaften für diejenigen, die nicht selbst vor Ort sein können oder lieber noch zu Hause bleiben möchten, ins Internet übertragen.

© Brüderkrankenhaus Trier

Vorbildliche Zusammenarbeit von Ordenskrankenhäusern

Viele Orden sind nach wie vor im Bereich der Krankenpflege tätig und es gibt deutschlandweit etliche Krankenhäuser in Ordensträgerschaften. Die Krankenhäuser der Borromäerinnen (Klinikum Mutterhaus) und der Barmherzigen Brüder in Trier (BBT-Gruppe) wurden vor einigen Tagen bei einem Besuch der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreier von ihr für ihre vorbildliche Kooperation gelobt. Beide Krankenhäuser hatten bereits Mitte März ihre Kräfte gebündelt, um Kapazitäten für an Covid-19 erkrankte Patienten zu schaffen. „Unser Ziel war und ist es, Brüderkrankenhaus und Klinikum Mutterhaus als Orte zu erhalten, in denen möglichst wenig infizierte Patienten behandelt werden, um sowohl die aktuellen Patienten als auch die Mitarbeiter zu schützen“, erklärt der Geschäftsführer des Klinikums Mutterhaus, Dr. med. Christian Sprenger die wesentlichen Beweggründe für die intensive Zusammenarbeit. Neben ihm und der Ministerpräsidentin war unter den Anwesenden auch Br. Peter Berg, Generalassistent der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf und Regionalleiter der BBT-Gruppe für Trier.

(orden.de/bk-trier.de)