18.05.2020

Terrorangriff auf Kloster der Missionsbenediktiner in Mosambik

    

Das zur Benediktinerkongregation von Sankt Ottilien zählende Kloster Sankt Pachomius im südostafrikanischen Mosambik ist am Dienstag, den 12. Mai, von islamistischen Terroristen überfallen worden. Dabei wurden der erst 2019 eingeweihte Neubau geplündert und ein Nebengebäude abgebrannt, wie die Erzabtei im oberbayerischen Sankt Ottilien am 15. Mai 2020 mitteilte. Menschen kamen demnach nicht zu schaden. Die vier Mönche aus dem Kloster in dem Ort N'nango im Norden Mosambiks hätten sich in den Busch retten und durch dünn besiedeltes Gebiet zur nächsten Pfarrei Imbuho durchschlagen können, die auch von Benediktinern betreut werde. Dort seien sie nun in Sicherheit. Der Vorfall ereignete sich während einer Regierungsoffensive gegen Terroristen in unmittelbarer Nähe des Klosters. Genauere Informationen lägen noch nicht vor. "Wir gehen davon aus, dass das Motiv derzeit ist, dass die sich momentan einfach nur ausstatten wollen. Dass sie sich in einer Rückzugsphase befinden, weil die Regierung relativ stark aufgetreten ist und sie jetzt Beute machen wollten", vermutet der Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, Jeremias Schroeder OSB, im Interview mit Radio Vatikan.

Die Situation in der Gegend sei geprägt von jahrzehntelanger Vernachlässigung der wirtschaftlichen Entwicklung dieses abgelegenen Gebietes als Spätfolge des Bürgerkrieges in Mosambik, heißt es weiter in der Pressemitteilung der Erzabtei. Im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte sei dort eine Terrormiliz aus radikalisierten islamistisch-orientierten Jugendlichen entstanden, die die Zentralregierung bisher nicht unter Kontrolle habe bringen können und über deren Hintermänner man nicht allzu viel wisse. Experten verglichen die Terrormiliz mit Boko Haram in Nigeria. Der Angriff auf das Kloster ist für die Missionsbenediktiner zwar ein Rückschlag, Aufgeben kommt für sie aber laut Abt Jeremias nicht in Frage: "Es ist klar, dass es sich um eine ganz kleine Personengruppe handelt, die diesen Terror ausübt. Und wir sind ganz gut verbunden mit der Bevölkerung dort, die freuen sich ja, dass wir da sind. Und das ist schon die erste Grundlage, auf der wir sagen können: wir machen da auf jeden Fall weiter!"

Die Missionsbenediktiner sind 2015 auf Bitten des Bischofs von Pemba in die Region gekommen, um ein benediktinisches Zentrum mit Klinik, Handwerkerschule und anderen Sozialprojekten aufzubauen, wie die Erzabtei weiter mitteilte. Das neue Kloster entstand demnach als eine Gründung der Abtei Ndanda im benachbarten Tansania. Die Benediktinerkongregation mit Sitz in Sankt Ottilien ist eine weltweite Ordensgemeinschaft von 19 selbstständigen Klöstern und 56 Niederlassungen auf vier Kontinenten.

[mit Material der Erzabtei St. Ottilien und Vatican News]