11.08.2020

Junge Menschen brauchen Bildung und Begegnung – auch außerhalb des Klassenzimmers

In einem Brief an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sowie Entscheidungsträger und Verantwortliche in Politik und Kirche hat die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos am heutigen Dienstag, 11. August 2020, ihre Kritik am Verbot mehrtägiger Schul- und Klassenfahrten in Bayern zum Ausdruck gebracht und dessen Aussetzung zum neuen Schuljahr gefordert. orden.de dokumentiert den Wortlaut der Pressemeldung.

Mit Blick auf die weitreichenden Maßnahmen zur Einschränkung der Covid-19-Pandemie sei es wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, miteinander und in Begleitung Erfahrungen aus der Krise aufzuarbeiten und nach Wochen des Homeschoolings zu einer tragfähigen Klassen-und Lerngemeinschaft zurückzufinden. Außerschulische Jugendbildung als sozialer Ort des Lernens – in Ergänzung zu Elternhaus und Schule – sei darum wichtiger und notwendiger denn je, heißt es in dem dem Schreiben zugrunde liegenden Positionspapier. Sorge bereite vor allem das Wohl, die Lebensqualität und psychische Gesundheit junger Menschen.

Gleichzeitig warb die Ordensgemeinschaft um die Verlängerung des bayerischen Rettungsschirms für gemeinnützige Wirtschaftsbetriebe wie Jugendbildungsstätten, -herbergen und -gästehäuser über den 31. Juli 2020 hinaus.Nach Monaten ohne Belegung führe das Verbot zum neuen Schuljahr zu einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation dieser Einrichtungen. Am 9. Juli 2020 hatte das Bayerische Kultusministerium angeordnet, dass mehrtägige Schul- und Klassenfahrten bis Ende Januar 2021 untersagt sind, um den im coronabedingten Lock-Down verpassten Unterrichtsstoff besser nachholen und Wissenslücken schließen zu können.

„Diese Entscheidung sehen wir mit großer Sorge, denn neben der formalen Bildung ist die nonformale,außerschulische Jugendbildungsarbeit ein wichtiger Baustein in der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen“, erklärte Pater Stefan Stöhr (49), Provinzökonom der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos. Im Sinne einer ganzheitlichen Förderung junger Menschendürfe diese – unter Einhaltung der geltenden Vorschriften des Infektionsschutzes und von Abstands-und Hygieneregeln – nicht länger zurückstehen. Sie sei essentiell für die Begleitung und Förderung junger Menschen gerade in Krisenzeiten, so Stöhr.

Die Salesianer Don Boscos sind Träger mehrerer Jugendbildungsstätten, -herbergen und -gästehäuser in Deutschland. Als soziale Orte der Begegnung und des Lernens bieten sie zum Beispiel bei Besinnungstagen oder Tagen der Orientierung jungen Menschen die Möglichkeit,sich mit Fragen des Lebens und des Glaubens auseinanderzusetzen, soziale Kompetenzen einzuüben und Verantwortungsbewusstsein für eine lebenswerte Zukunft und die Schöpfung zu entwickeln. Ziele sind zudem die Stärkung der Klassengemeinschaft und die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Positionspapier „Junge Menschen brauchen Bildung und Begegnung – auch außerhalb des Klassenzimmers“ sowie weitere Informationen zu dieser Initiative finden Sie unter: www.donbosco.de