Ordensgemeinschaften in Deutschland

Friedenspreise für Mutter Mechthild und Sr. Juliana Seelmann

Sr. M. Mechthild Thürmer OSB, Äbtissin des Klosters Maria Frieden in Kirchschletten, und Sr. Juliana Seelmann OSF werden für ihr Engagement für Geflüchtete ausgezeichnet

Am 11. September 2021 um 11 Uhr fand die öffentliche Verleihung des Göttinger Friedenspreis 2021 im Deutschen Theater Göttingen statt.  Die Preisträger sind Äbtissin M. Mechthild Thürmer, die Bewegung „Seebrücke“ mit ihrer Kampagne „Sichere Häfen“ und der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden ausgezeichnet „für ihr Engagement für sichere Fluchtwege und eine gesicherte Aufnahme von Menschen, die versuchen, aus lebensbedrohlichen Gewaltsituationen über das Mittelmeer und andere Routen nach Deutschland und in andere europäische Staaten zu gelangen und dort Aufnahme und Schutz zu finden.“ Sr. M. Scholastika Jurt von der Deutschen Ordensobernkonferenz begleitete Mutter Mechthild zur Preisverleihung.

Äbtissin M. Mechthild Thürmer OSB ist derzeit angeklagt vor dem Amtsgericht Bamberg, weil sie in mehreren Fällen Flüchtigen in ihrer Abtei Kirchenasyl gewährt hat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt vor, das Amtsgericht droht der Äbtissin mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe. „Als Christin stehe ich in der Pflicht, Menschen in der Not beizustehen“, begründet Mutter Mechthild das von ihr gewährte Kirchenasyl. In ihrer Rede sagte sie:

Wegen einer Frau, die als einzige von einem Boot gerettet wurde – alle anderen sind ertrunken – wurde gegen mich ermittelt. […] Für mich und andere Helfer zählt die Menschlichkeit. Niemand ist zu Schaden gekommen. Jesus hätte auch so gehandelt.
Mutter Mechthild

Seit dem Jahr 1999 wird der Göttinger Friedenspreis jährlich verliehen – nun bereits zum 23. Mal – und ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Verliehen wird der Preis durch die „Stiftung Dr. Roland Röhl“, welche sich der Förderung der Konflikt- und Friedensforschung verschrieben hat. Mit dem Preis werden Einzelpersonen oder Personengruppen ausgezeichnet, die sich durch grundlegende wissenschaftliche Arbeit oder durch einen herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden besonders verdient gemacht haben.

Würzburger Friedenspreis für Sr. Juliana Seelmann

Nur kurze Zeit später wird auch Sr. Juliana Seelmann OSF von den Oberzeller Franziskanerinnen für ihr „langjähriges, hartnäckiges und beispielhaftes Engagement für geflüchtete Menschen“ mit dem Würzburger Friedenspreis gewürdigt. Die Verleihungsfeier findet am Sonntag, 10. Oktober 2021, um 11 Uhr im Burkardushaus in Würzburg statt. Sr. Juliana ist in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg als Krankenschwester tätig. In besonderen Härtefällen gewährte sie von Abschiebung bedrohten Frauen, gemeinsam mit ihren Mitschwestern der franziskanischen Ordensgemeinschaft in Oberzell, Kirchenasyl. Dafür wurde sie bereits durch das Amtsgericht Würzburg zu einer Geldstrafe verurteilt. „Sr. Juliana steht damit nach Meinung des Komitees beispielhaft für das wichtige, vielfältige Engagement in unserer Region für geflüchtete Menschen, gerade auch durch die Gewährung von Kirchenasyl“, heißt es in einer Pressemitteilung des Komitees Würzburger Friedenspreis vom 9.8.2021.

Der Würzburger Friedenspreis wird seit 1995 jährlich an eine Person oder Gruppierung aus der Region verliehen, die sich für den Frieden, die Völkerverständigung und die gewaltfreie Lösung von Konflikten eingesetzt hat. Der Preis ist 2021 mit 3000,-€ dotiert.
 

Zur Website des Göttinger Friedenspreises.

Zum Internetauftritt des Würzburger Friedenspreises.

 (Mit Material von goettinger-friedenspreis.de, Komitee Würzburger Friedenspreis, KNA)