Ordensgemeinschaften in Deutschland

Kloster Langwaden

Sommerartikelreihe: Spiritualität, Werke und Ausstrahlung kleiner Gemeinschaften

“Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt. 18,20). Nicht selten zählen geistliche Gemeinschaften nur wenige Mitglieder – manchmal sind es tatsächlich eher „zwei oder drei“ als mehrere Dutzend. Aber genau diese Verheißung Christi, in ihrer Mitte gegenwärtig zu sein, lässt viele kleine Gemeinschaften auf besondere Weise ausstrahlen.

Dabei sind sie so vielfältig wie die Kirche selbst. Sie prägen eine bunte Landschaft aus Spiritualitäten, Charismen, Werken und Missionen. Während einige ihren Schwerpunkt auf Bildung und die Vertiefung des Glaubenswissens legen, widmen sich andere der praktischen Unterstützung von Familien oder vielfältigen Formen geistlicher Begleitung. In unserer Sommerreihe möchten wir einige dieser kleinen Gemeinschaften in Deutschland vorstellen. Dabei richten wir den Blick auf das oft stille und unscheinbare, zugleich aber wirkungsvolle Wirken Gottes durch Menschen, die sich mit Hingabe in seinen Dienst stellen. Sie bauen am Reich Gottes auf Erden mit.

Auch das Zisterzienserkloster Langwaden im Erzbistum Köln ist Teil dieser vielfältigen Landschaft geistlichen Lebens. Seine Geschichte und sein Alltag zeigen, wie sich Gebet, Gastfreundschaft und soziales Engagement bis heute miteinander verbinden.


Ein Kloster im Wandel der Zeit

Die Geschichte des klösterlichen Ortes Langwaden beginnt vor mehr als 850 Jahren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1173, als der Graf Christian von Wevelinghoven Prämonstratenserinnen dort eine Heimat schenkte. Über viele Jahrhunderte prägten die Ordensfrauen den Ort. Mit der Säkularisation im Jahr 1802 kam es jedoch zu einem tiefen Einschnitt. Die Ordensgemeinschaft musste das Kloster verlassen, die Kirche wurde abgerissen und die Anlage zu einem Schloss umgebaut. Erst 1961 kehrte mit den Zisterziensern wieder klösterliches Leben nach Langwaden zurück. Mit viel Eigeninitiative und großem Einsatz bauten die Mönche das Anwesen Schritt für Schritt wieder auf.

Heute prägen Gebet, Gemeinschaft und Gastfreundschaft das Leben in Kloster Langwaden. Der Alltag der Mönche folgt dabei dem Rhythmus, der seit Jahrhunderten das klösterliche Leben bestimmt.e Jahrhunderte prägten die Ordensfrauen den Ort. Mit der Säkularisation im Jahr 1802 kam es jedoch zu einem tiefen Einschnitt. Die Ordensgemeinschaft musste das Kloster verlassen, die Kirche wurde abgerissen und die Anlage zu einem Schloss umgebaut. Erst 1961 kehrte mit den Zisterziensern wieder klösterliches Leben nach Langwaden zurück. Mit viel Eigeninitiative und großem Einsatz bauten die Mönche das Anwesen Schritt für Schritt wieder auf.

Heute prägen Gebet, Gemeinschaft und Gastfreundschaft das Leben in Kloster Langwaden. Der Alltag der Mönche folgt dabei dem Rhythmus, der seit Jahrhunderten das klösterliche Leben bestimmt.


Leben im Rhythmus des Klosters

Wer das Kloster Langwaden besucht, merkt schnell, dass hier die Zeit anders vergeht. Der Alltag der Zisterzienser folgt dem benediktinischen Rhythmus aus Gebet, Arbeit und Gemeinschaftsleben.  Der Tag beginnt mit den Laudes um 6.00 Uhr. Im Laufe des Tages versammeln sich die Brüder immer 5 Mal wieder zum gemeinsamen Stundengebet. Dazwischen gehen sie ihren Aufgaben in der Verantwortung für das Kloster und die Menschen am Ort nach, kümmern sich um Gäste oder führen seelsorgliche Gespräche..

Für Prior P. Bruno Robeck ist das Kloster ein Ort, der mit den Menschen gewachsen ist. Viele Angebote seien aus konkreten Begegnungen entstanden und im Laufe der Zeit weiterentwickelt worden. Gastfreundschaft gehöre deshalb zum Selbstverständnis der Gemeinschaft. Die Benediktsregel fordere, jeden Gast so aufzunehmen, als begegne man Christus selbst. Die Gastfreundschaft gilt den Lebenden und den Verstorbenen. Davon zeugt das Kolumbarium in unmittelbarer Nähe zur Klosterkapelle.

„Besonders im Gebet können wir spüren, wie sich Himmel und Erde berühren“, schreibt P. Bruno. Dieser Gedanke prägt das Kloster bis heute. Im Gottesdienst, bei einem Spaziergang durch den Klosterpark oder im Gespräch mit einem der Mönche finden viele Besucher einen Ort der Ruhe und Besinnung. So ist Kloster Langwaden nicht nur ein Ort klösterlichen Lebens, sondern auch ein Ort der Begegnung, an dem Glaube und Gastfreundschaft täglich gelebt werden.


Netzwerk Mensch

Zum Selbstverständnis des Klosters gehört auch das soziale Engagement. Mit dem Projekt „Netzwerk Mensch“ bietet Kloster Langwaden alleinstehenden Männern in unterschiedlichen Lebenssituationen ein Zuhause. Dazu gehören die Wohngemeinschaft „St. Bernhard“ für jüngere Männer, das Vierbett-Übernachterzimmer „St. Benedikt Labre“ für Männer in akuten Notlagen sowie die Seniorengemeinschaft „St. Andreas“ für ältere Männer, die nicht allein leben können oder möchten.

Konzerte und Kultur

Neben dem geistlichen Leben bereichern auch kulturelle Veranstaltungen das Kloster. Regelmäßig finden im Stefanssaal Konzerte mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern statt. Das Programm reicht von Klavier- und Kammermusik bis hin zu Gesang und Violoncello. So verbindet Kloster Langwaden Spiritualität, Kunst und Kultur und lädt Besucher dazu ein, den Ort auf vielfältige Weise zu erleben.

Kunst im Kloster

Auch Kunst hat in Kloster Langwaden ihren festen Platz. Besucher begegnen unter anderem dem Corona Erinnerungsort, den Vierzehn Nothelfern, einer Darstellung des heiligen Bernhard von Clairvaux sowie dem Kreuzweg am Kolumbarium mit seiner 15. Station zur Auferstehung. Ergänzt wird das Spektrum durch eine Sonnenuhr und Darstellungen der Schöpfungsgeschichte, die zum Innehalten und Nachdenken einladen.

Klostergarten

Der Klostergarten ist in Langwaden weit mehr als ein Ort, an dem Gemüse und Kräuter wachsen. Seit dem Einzug der Zisterzienser im Jahr 1961 gehört er zum klösterlichen Leben und liegt als Teil der Klausur unmittelbar neben der Kapelle. Hier verbinden sich Arbeit und Spiritualität auf besondere Weise. Während Obst, Gemüse und Kräuter in Bio Qualität gedeihen, bietet der Garten zugleich einen Ort der Ruhe und der Begegnung mit der Schöpfung. Gleichzeitig ist er Teil des Projekts „Netzwerk Mensch“. Bewohner arbeiten hier mit, übernehmen Verantwortung und gestalten ihren Alltag sinnvoll. So wird der Garten zu einem Ort, an dem benediktinische Werte wie Achtsamkeit, Gemeinschaft und die Sorge für Mensch und Natur gelebt werden.