Märtyrer für die Religionsfreiheit: Jesuit und Franziskaner unter den neuen Seligen
Am 13. Dezember 2025 wurden 51 französische Märtyrer, Ordensleuten, Seminaristen und Laien in der Kathedrale Notre-Dame in Paris seliggesprochen, die zwischen 1944 und 1945 unter dem NS-Regime ums Leben kamen. Im Zentrum der Feier standen auch zwei Ordensleute, deren Lebenszeugnis bis heute nachwirkt: der Jesuit Victor Dillard SJ und der Franziskaner Gérard Cendrier OFM. Die Seligsprechungsmesse leitete Kardinal Jean-Claude Hollerich im Auftrag von Papst Leo XIV., der das entsprechende Dekret am 20. Juni 2025 unterzeichnet hatte.
Victor Dillard wirkte als Geheimpriester unter französischen Zwangsarbeitern in Deutschland, unter anderem in Wuppertal. Trotz ständiger Gefahr blieb er den ihm anvertrauten Menschen nahe. 1944 von der Gestapo verhaftet, starb er 1945 im Konzentrationslager Dachau. Sein Weg steht exemplarisch für das mutige Apostolat der „Mission Saint-Paul“, einer geheimen französischen Seelsorgeeinrichtung, die Priester, Seminaristen und Aktivisten nach Deutschland entsandte und von den Nationalsozialisten brutal verfolgt wurde.
Auch der junge Franziskaner Gérard Cendrier teilte dieses Schicksal. Am 14. September 1943 war er mit Mitbrüdern und Studenten nach Köln geschickt worden. Am 13. oder 14. Juli 1944 wurden sie dann durch die Gestapo inhaftiert und ins Gestapogefängnis Brauweiler gebracht. Vom 17. September 1944 an wurden die Brüder nach Buchenwald gebracht und von dort an verschiedene Orte zur Zwangsarbeit geschickt. Später kamen sie in das KZ Dachau. Vier von ihnen haben die Strapazen nicht überlebt.
In der Predigt der Seligsprechungsmesse hob der Kardinal hervor, dass das Zeugnis der neuen Seligen über die Geschichte hinausweise. In einigen Worten auf Deutsch sagte er: „Zusammen können wir ein Europa aufbauen, das nicht ausschließt, nicht verfolgt, das einsteht für Frieden und Gerechtigkeit.“ Zugleich betonte er, dass „die Liebe unserer Märtyrer zu Christus und zu den Menschen sie zu Märtyrern für die Religionsfreiheit gemacht“ habe. Und weiter: „Vielleicht wird dieser Punkt für uns ein wichtiges Zeugnis für die Zukunft der Kirche in Europa sein“.