10.10.2014

Erlöserschwestern nehmen 100 Flüchtlinge auf

Bitte um Unterstützung löst in Würzburg Welle der Hilfsbereitschaft aus

WÜRZBURG Die Ankündigung der Ankunft von 100 Flüchtlingen in den kommenden Tagen bei den Würzburger Erlöserschwestern hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Bereits am Donnerstag bezogen fünf Schüler der benachbarten Berufsfachschule für Logopädie Betten, wie die Caritas am Donnerstag mitteilte. Die Fachakademie für Sozialpädagogik Sankt Hildegard stellte zur Unterstützung 22 Schüler und zwei Lehrer am Nachmittag frei. In den kommenden Tagen sollen auch die Mitarbeiter und Auszubildenden von der Caritas-Don Bosco gGmbH mit anpacken. Mitarbeiter des Wohlfahrtsverbands wollen sich ehrenamtlich jenseits ihrer Arbeitszeit engagieren.

Diözesancaritasvorsitzender Clemens Bieber zeigte sich in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) beeindruckt. Innerhalb weniger Stunden nach einem Hilfeaufruf gebe es "ein weit größeres Angebot an helfenden Händen als für die Herrichtung des Exerzitienhauses nötig ist". Die Erfahrung der vergangenen Monate habe zudem deutlich gemacht, dass die Hilfsbereitschaft größer sei als bisher angenommen. "Innerhalb weniger Wochen erlebe ich jetzt zum zweiten Mal, wie stark das Netzwerk Kirche und Caritas ist", erklärte Bieber. Er bezog sich damit auf einen Aufruf des Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann Ende August, der in einer gemeinsamen E-Mail mit der Caritas kirchliche Einrichtungen bat, Wohnraum für Flüchtlinge anzubieten. Daraufhin hatten sich auch mehrere Ordensgemeinschaften gemeldet. Schon Anfang September konnte eine syrische Familie mit drei kleinen Kindern in ein leerstehendes Gebäude im St.-Josefs-Stift in Eisingen einziehen.

Die Erlöserschwestern boten neben dem Exerzitienhaus auch ihr Kloster in Lülsfeld bei Schweinfurt an, das gerade geräumt wird. "Der Standort Würzburg ist natürlich praktischer, da die Betreuung dort besser gewährleistet ist", sagte Bieber. Trotz der großen Hilfe brauchen die Schwestern nach eigenen Angaben weiter Unterstützung. So müssten Lunchpakete gepackt werden. "Auch Hilfe beim Geschirrspülen wäre wichtig für uns", betonte Generaloberin Schwester Monika.

Die Regierung von Unterfranken zeigte sich dankbar für das Engagement der Schwestern, das zur dringenden Entlastung der Aufnahmeeinrichtung in Zirndorf beitrage. Regierungspräsident Paul Beinhofer dankte Generaloberin Monika Edinger und der Kongregation der Schwestern des Erlösers für ihre Bereitschaft zur Aufnahme der Asylbewerber. „Das Zusammenwirken und die Abstimmung mit der Regierung bei dieser wichtigen humanitären Aufgabe ist vorbildlich“, so der Regierungspräsident. „Ich bin zuversichtlich, dass uns bei derartig engagiertem Einsatz vor Ort die Aufnahme der Asylbewerber auch weiterhin gelingen wird“.(KNA/mainpost)

Internetseite der Erlöserschwestern.