27.07.2017

Erlöserschwestern: Neue Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber

Bis November soll auf dem Gelände der Erlöserschwestern in der Würzburger Innenstadt eine Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Personen errichtet werden.

  • Generaloberin Sr. Monika Edinger und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: Johannes Hardenacke, Regierung von Unterfranken)

Schwester Monika Edinger, Generaloberin der Erlöserschwestern, hat gemeinsam mit Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer am Dienstag, 18. Juli, einen Vertrag zur Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 60 Personen in der Ebracher Gasse 8 in Würzburg unterzeichnet. Ebenfalls anwesend waren Professor Dr. August Stich und der Geschäftsführer des Klinikums Würzburg Mitte (vormals Missionsärztliche Klinik Würzburg), Volker Sauer, das die medizinische Versorgung der Bewohner übernimmt, teilt die Regierung von Unterfranken mit. Auch wenn die Zugänge an Asylbewerbern nicht mehr so groß seien wie im Jahr 2015, benötige die Regierung von Unterfranken weiterhin Unterbringungskapazitäten für Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften.

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller ließ dazu verlautbaren, dass die Erlöserschwestern sich bereits seit Jahren für asylsuchende und geflüchtete Menschen engagierten. „Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt zu dieser wichtigen Zusammenarbeit, auch mit dem Klinikum Würzburg Mitte, kommt. Den besonders Schutzbedürftigen wird ein neues Zuhause geschaffen. Hier erhalten sie im geschützten Umfeld mit viel Fürsorge die notwendige Unterstützung, die sie aufgrund ihrer Fluchterfahrungen so dringend brauchen. Den Erlöserschwestern gilt dafür mein herzliches Vergelts Gott!“

Bereits in den vergangenen Jahren waren in den Räumen des Mutterhauses der Erlöserschwestern in der Würzburger Innenstadt bis zu 100 Personen der Erstaufnahmeeinrichtung Schweinfurt untergebracht. Schon von Anfang an wurde die Unterkunft hierbei mit Personen belegt, die einen besonderen Betreuungsbedarf aufwiesen, wie Schwangere, alleinerziehende Mütter mit Kleinkindern, psychisch auffällige Personen oder chronisch Kranke. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse haben nach Einschätzung aller Beteiligter gezeigt, dass der dauerhafte Bedarf einer derartigen Einrichtung in hohem Maße gegeben ist.

„Wir Schwestern des Erlösers sowie unsere Mitarbeiter und Ehrenamtlichen sind froh, dass wir auch weiterhin für die Menschen da sein können, die aufgrund ihrer Fluchterfahrung neben der medizinischen und psychosozialen Betreuung vor allem menschliche Präsenz brauchen. Unser Leitsatz ‚In Liebe für das Leben, damit Erlösung Wirklichkeit wird‘, bleibt damit nicht nur ein leeres Wort, sondern kann in die Tat umgesetzt werden“, sagte die Generaloberin. Die gute Zusammenarbeit mit der Regierung Unterfranken, dem Missionsärztlichen Institut und allen Beteiligten zeige, was zum Wohl der schutzbedürftigen Menschen erreicht werden könne, wenn alle an einem Strang zögen.

Die neue „Gemeinschaftsunterkunft Würzburg Erlöserschwestern“ entsteht in einem Gebäudeteil des Klosters, welcher ehemals als Internat für die Fachakademie „Sankt Anna“ genutzt wurde. Die Erlöserschwestern richten dort auf drei Etagen insgesamt etwa 30 Wohneinheiten für bis zu 60 Personen ein. Ein Gemeinschaftsbereich sowie Küchen mit Essecke und Sanitärbereiche entstehen in allen Stockwerken.

Neben der Verwaltung der Gemeinschaftsunterkunft kümmern sich die Erlöserschwestern auch mit einem breiten Betreuungsangebot wie zum Beispiel psychosozialer Betreuung, Kinderbetreuung und tagesstrukturierenden Angeboten um die dort untergebrachten Menschen. Die medizinische Versorgung wird vom Klinikum Würzburg Mitte erbracht. Die Bewohner haben darüber hinaus Zugang zu den vielfältigen sozialen Einrichtungen der Stadt Würzburg. Die Asylsozialberatung übernimmt die Caritas.

Mit dem Betrieb und der Belegung der neuen Gemeinschaftsunterkunft soll voraussichtlich ab November 2017 begonnen werden. Die Kosten der Asylbewerberunterbringung trägt der Freistaat Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts.

(POW)