Ordensgemeinschaften in Deutschland

Ausstellung zu 1000 Jahre Kunst und Wissenschaft der Mönche

Das Augustinermuseum in Freiburg zeigt am Beispiel des Schwarzwaldklosters St. Blasien, wie Klöster über Jahrhunderte hinweg Spiritualität, Kunst, Bildung und Machtpolitik verbanden.

Noch ist das Foyer ein improvisiertes Corona-Schnelltestzentrum. Nun aber werden im Freiburger Augustiner-Museum die Wattestäbchen eingepackt und ab dem 16. März stehen nach dreimonatiger Zwangspause Kunst und Kultur wieder im Mittelpunkt. Die neue Sonderausstellung „Der Schatz der Mönche“ zeigt am Beispiel der Benediktinerabtei Sankt Blasien, wie Klöster ab dem Mittelalter, in Früher Neuzeit und bis zum 19. Jahrhundert nicht nur als religiöse Zentren wirkten, sondern auch Bildung, Kunst und Kultur prägten. Heute befindet sich in der ehemaligen Benediktinerabtei das Kolleg St. Blasius, ein von Jesuiten geführtes Gymnasium mit Internat, das weiterhin Zeichen des Wirkens von Ordensgemeinschaften im Bereich der Bildung ist. 

Die Ausstellung ist eine Kooperation von Stadt und Erzbistum Freiburg. Zu sehen sind knapp 200 Objekte: kostbare Goldschmiedearbeiten, Reliquien, das juwelenverzierte Adelheidkreuz und herausragende Beispiele für Handschriften und Buchmalerei der Klosterkultur. Während viele Klosterbibliotheken und Kunstsammlungen im Zuge der Säkularisation im 19. Jahrhundert zerstört oder zerstreut wurden, gelang es den Mönchen von Sankt Blasien, ihre Schätze rechtzeitig vor dem badischen Staat in Sicherheit zu bringen. „Sie sahen die Aufhebung ihres Kloster kommen und retteten ihre Bibliothek und die religiösen Kunstschätze in die Schweiz und damit vor dem staatlichen Zugriff“, so Kurator Guido Linke. Schon wenig später wurde das ehemalige Schwarzwaldkloster neu im Lavanttal in Kärnten gegründet. Von dort stammt der Großteil der nun gezeigten Kunstwerke. Einen Schwerpunkt legt die Schau auf die größte Blütezeit von Sankt Blasien in der Ära des Abtes und weltlichen Fürsten Martin Geberts (1720-1793). Er ließ das kurz zuvor weitgehend abgebrannte Schwarzwald-Kloster neu aufbauen, schrieb mehr als 50 Bücher auf verschiedensten Wissensgebieten und etablierte das Kloster auch als politischen Machtfaktor. Eine Hörstation mit dem derzeitigen Beuroner Abt Tutilo Burger schlägt den Bogen zum Ordensleben der Gegenwart. Aktuell ist ein Besuch nur nach vorheriger telefonischer oder Online-Buchung möglich. Verfügbar sind rund 150 Eintrittskarten pro Tag. (Mit Material von KNA)

Hier geht es zur Website der Ausstellung.

Bild: ©Augustinermuseum - Städtische Museen Freiburg, Foto: Axel Killian

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